Umstrittenes Verfahren sorgt für Diskussionen im Landtag – Bode: Technik ist unverzichtbar

Gas-Förderung: Politik fordert Prüfung ein

Erdgas-Bohrung: Über ein bestimmtes Förderverfahren wird heftig gestritten. Foto: dpa

Hannover. Es war eine eigenartige Konstellation gestern im Landtag. Die Regierungsfraktion CDU, so schien es, machte gemeinsam mit der gesamten Opposition aus SPD, Grünen und Linken Front gegen das umstrittene Fracking, gegen die Gas-Gewinnung mittels eines Wasser-Chemikaliengebräus. Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) bremste dagegen jede Forderung nach einem Stopp dieser Fördermethode. Die Fracking-Technik sei unverzichtbar.

Dabei wird im Gegensatz zu der herkömmlichen Förderung aus Hohlräumen das Gas aus einem festen Untergrund wie Schiefer oder Kohleflözen gelöst. Dazu presst man ein Wasser-Sand-Gemisch in tiefe Gesteinsschichten; dieses erzeugt Risse, das Gas kann entweichen. Allerdings wird dieser Fracking-Flüssigkeit ein giftiger Chemiecocktail beigemengt. „Dieser hört sich an wie eine Liste aus der Hexenküche“, warnte SPD-Umweltexpertin Sigrid Rakow. Von den rund 280 Substanzen seien 58 kritisch, 38 toxisch und krebserregend.

Die Befürworter verweisen auf die große Bedeutung der hiesigen Förderung für Wirtschaft und Arbeitsmarkt, bei den bisher 250 Bohrungen in Niedersachsen sei nie etwas passiert. Von einer „schmutzigen Technik für schmutziges Gas“ sprach Grünen-Fraktionschef Stefan Wenzel.

Opposition und Koalition fordern eine generelle Umweltverträglichkeitsprüfung bei den Bohrungen ein. Außerdem wollen sie die Öffentlichkeit besser beteiligen. (ymp)

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