Gauck trifft alle Parteien - auch die Linke

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Will sich mit Gremien aller Parteien treffen: Der designierte Bundespräsident Joachim Gauck.

Berlin - Der designierte Bundespräsident Joachim Gauck trifft sich in der nächsten Woche in Berlin mit Parteigremien der CDU, FDP, SPD und voraussichtlich der Grünen sowie auch der Linken.

Als erstes geht Gauck am Montagmorgen in die Bundesvorstandssitzung der CDU in der Parteizentrale im Konrad-Adenauer-Haus. Anschließend wird er im SPD-Vorstand erwartet. CDU-Chefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich gegen Gauck als Nachfolger für den zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff ausgesprochen. Der kleine Koalitionspartner FDP unterstützte dann aber den Favoriten von SPD und Grünen, was Merkel zum Einlenken bewegte. In der Bundesversammlung, die das Staatsoberhaupt wählt, hätte die Union keinen eigenen Kandidaten durchbringen können.

Präsidenten-Kandidat Joachim Gauck im Porträt

Präsidenten-Kandidat Joachim Gauck im Porträt

Am Dienstag wird Gauck dann bei der SPD-Fraktion sowie bei der FDP und voraussichtlich den Grünen erwartet. Auch die Linke will mit dem früheren Chef der Stasi-Unterlagenbehörde ins Gespräch kommen. Sie war als einzige im Bundestag vertretene Partei von der schwarz-gelben Koalition nicht in die Kandidatensuche einbezogen worden. “Wir werden Herrn Gauck selbstverständlich einladen“, sagte Parteichef Klaus Ernst der “Leipziger Volkszeitung“ (Samstag). “Dann werden auch die Punkte zur Sprache kommen, an denen wir unterschiedlicher Auffassung sind, zum Beispiel seine Pro-Banken-Haltung in der Finanzkrise.“

Das waren die deutschen Bundespräsidenten

Das waren die deutschen Bundespräsidenten

Gaucks Sprecher Andreas Schulze sagte der Deutschen Presse-Agentur: “Dann finden wir für die Linke zeitnah einen Termin.“ In einer Spitzenrunde hatte die Linke am Donnerstag entschieden, einen eigenen Kandidatenvorschlag zu machen. Im Gespräch sind die Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld, der Kölner Armutsforscher Christoph Butterwegge und die Bundestagsabgeordnete Luc Jochimsen. Eine Entscheidung soll am Montag fallen. Die Linke stellt etwa 10 Prozent der Wahlleute in der Bundesversammlung.

dpa

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