AfD-Fraktionschef flirtet

Gauland bietet FDP Zusammenarbeit an - und bekommt prompte Reaktion

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Alexander Gauland.

Schulterschluss in der Opposition? Der prominente AfD-Politiker Gauland würde gerne mit der FDP zusammenarbeiten. Landen kann er damit nicht.

Berlin - AfD-Fraktionschef Alexander Gauland hat der FDP die Zusammenarbeit angeboten. FDP-Vize Wolfgang Kubicki erteilte ihm jedoch umgehend eine Abfuhr. „Wir sind Konkurrenten, aber zum Teil mit gleichgerichteten Zielen“, sagte Gauland in einem gemeinsamen Interview mit Kubicki, das die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) in ihrer Montagausgabe veröffentlicht. „Vielleicht gibt es ja einmal die Möglichkeit, über die Parteigrenzen hinweg, etwa in Fragen des Rechtsstaats, gemeinsame Initiativen zu entwickeln. Da habe ich eine gewisse Hoffnung“, sagte der AfD-Vorsitzende.

„Warum Menschen die AfD wählen, wird mir ewig verschlossen bleiben“

Bei Kubicki stieß dieser Vorschlag auf keinerlei Gegenliebe. „Solange ich Führungsverantwortung in der Partei trage, wird es keine gemeinsamen Initiativen geben“, sagte der Vertraute des Parteivorsitzenden Christian Lindner. „Warum Menschen die AfD wählen, wird mir ewig verschlossen bleiben.“ Zwischen den Wählern der beiden Parteien gebe es kaum Überlappungen. Gauland erklärte hingegen: „Die FDP war immer unser Hauptkonkurrent.“

Kubicki sagte: „Das einzige, was ich an der AfD positiv finde, ist, dass dadurch klar ist, wie wertvoll es ist, ein liberales, weltoffenes Land zu verteidigen.“ Selbst in der Kritik beider Parteien an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht er keine Gemeinsamkeit: „Gauland sagt: Merkel muss weg, weil sie die CDU zerstört hat. Ich sage: Mit dieser Kanzlerin ist die Zukunft Deutschlands nicht mehr zu gestalten.“

Gauland nahm für seine Partei in Anspruch, auch liberale Elemente zu haben. „Sie ist eine Mischung aus verschiedenen geistesgeschichtlichen Richtungen, da ist auch der Liberalismus dabei. Aber sie ist nicht ausschließlich liberal.“ Kubicki wehrte sich gegen diese Wahrnehmung: „Liberal bedeutet, dass jeder auf dem Boden des Rechtsstaates so leben kann, wie er will, dass er zum Beispiel heterosexuell, sein kann, homosexuell oder eine Dragqueen, dass er neugierig und weltoffen ist, dass er für Freihandel ist. Das alles erkenne ich bei der AfD nicht.“

dpa

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