Werra-Versalzung

SPD gegen Salzabwasser-Rohr zur Oberweser

Kassel. Die SPD-Fraktion in der Regionalversammlung Nordhessen stemmt sich entschieden gegen Überlegungen, K+S-Kaliabwässer aus dem Werrarevier nicht mehr mit der Werra, sondern per Rohrleitung direkt in die Oberweser zu schaffen.

Einen Antrag dazu stellte sie zur Sitzung im Haupt- und Planungsausschuss. Am Donnerstag kam die Sache nicht mehr auf die Tagesordnung - Wiedervorlage am 23. Januar.

Dass so ein Rohr kurz bevor es in den Fluss mündet, riesige Pufferspeicher braucht, geht der SPD besonders gegen den Strich. Flächen von bis zu 80 Hektar sind für die hochkonzentrierten Salzfluten im Gespräch - schon ist vom Toten Meer im Diemeltal die Rede und von einer der größten Industrie-Deponien Europas. Der Widerstand wächst, Anträge mit technischen Details sind aber noch nicht gestellt.

Das Rohr zur Oberweser wäre die kurze Variante einer Leitung in die Nordsee. Der Werra würde die Salzflut aus Kalifabriken und von Abraumhalden so erspart, die Weser wäre nicht stärker belastet als heute, heißt es.

Experten nennen das Projekt grundsätzlich genehmigungsfähig. Billiger ist das kurze 150-Kilometer-Rohr auch: 170 Mio. Euro statt 460 Millionen für die 440 Kilometer an die Nordsee, kalkuliert der Kasseler K+S-Konzern. Schließlich wäre man schneller am Ziel: Das Regierungspräsidium hält es für möglich, dass das Rohr zur Oberweser schon 2017 betriebsbereit sein kann. Als Dauerlösung ziehen aber sowohl RP Walter Lübcke, der runde Tisch wie auch die Mehrheit im Hessen-Landtag das Rohr zur Küste vor.

Alles starrt nun auf die Wahl in Niedersachsen Ende Januar: Dort haben sich bislang nur die Grünen im Landtag für das Rohr zur Küste starkgemacht. Falls es eine rot-grüne Mehrheit gibt, geht das Thema in die Koalitionsgespräche. Sollte auch die Niedersachsen-SPD auf Nordseekurs einschwenken, könnte das Druck aus dem Kessel an der Oberweser nehmen.

Von Wolfgang Riek

Rubriklistenbild: © dpa Symbolbild

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