Wir gehören zusammen - ein Kommentar zu Erdogans Äußerungen

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Bundeskanzleramt in Berlin.

Berlin. Feierstunde mit Misstönen: Vor 50 Jahren legten Deutschland und die Türkei die Grundlage für den Zuzug hunderttausender “Gastarbeiter“ nach Deutschland. Doch Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sparte nicht mit Kritik an Berlin. Ein Kommentar.

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Der türkische Ministerpräsident hat Recht: Deutschland und die Türkei sind eng miteinander verbunden, politisch, wirtschaftlich, aber vor allem menschlich. Wenn Erdogan aber wirklich meint, dass junge Türken in Deutschland erst einmal Türkisch lernen sollten, irrt er gewaltig: Wer hier lebt, muss vor allem Deutsch können, je fließender und gebildeter, desto besser – menschlich, wirtschaftlich, politisch. Ob er oder sie dann auch noch eine andere Sprache spricht, zum Beispiel die Sprache der Mütter oder Väter, ist Privatsache.

Dr. Tibor Pézsa, Politikredaktion

Das Beharren der deutschen Seite auf Sprachbeherrschung vor einer Einwanderung ist nur legitim. Es richtet sich im Übrigen nicht gegen Türken. Im Gegenteil: Es zielt auf unser hiesiges Zusammenleben. Die deutsche Sprache stiftet allen hier lebenden Menschen eine gemeinsame Basis, welcher Herkunft auch immer sie sind, welches kulturelle Erbe auch immer sie mitbringen. Nur wer sich versteht, kann ein gedeihliches Zusammenleben organisieren.

Das alles ist aber kein Einwand gegen Erdogans anderen großen Appell: „Wir gehören zusammen.“ Man kann den Kritikern der Einwanderung in Deutschland nicht oft genug zurufen: Schaut genau hin, gelungene Einwanderung fällt niemandem mehr als Einwanderung auf. Von diesem Reichtum profitieren unser Volk und unser Land nicht erst seit gestern.

Von Tibor Pézsa

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