Für therapeutische Zwecke

Kommentar: MS-Kranker darf Cannabis anbauen - es geht ums Geld.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat einem 52-Jährigen, der seit 30 Jahren an MS leidet, erlaubt für therapeutische Zwecke selbst Cannabis anzubauen. Ein Kommentar dazu von Nachrichtenredakteurin Tatjana Coerschulte.

Menschen, die THC-haltige Medikamente benötigen, sind oft so schwer krank, dass es nicht um die Heilung ihrer Krankheit geht, sondern um eine Linderung ihrer Beschwerden. Auch unter seriösen Wissenschaftlern ist unstrittig, dass Cannabis gegen starke Muskelschmerzen und Krämpfe helfen kann – nicht allen MS-Patienten, aber einigen eben doch. Weil dies aber eine Minderheit ist, die keinen großen Gewinn verspricht, und weil Cannabis in Deutschland eine verbotene Droge ist, konnte der Streit um den Selbstanbau überhaupt vor Gericht landen.

Angesichts der Preise der THC-haltigen Arzneien ist der Wunsch nach Selbstanbau zwar nachvollziehbar, aber genauso wenig eine dauerhafte Lösung wie eine komplette Freigabe von Cannabis. Der Selbstanbau für therapeutische Zwecke muss kontrolliert werden, um Missbrauch vorzubeugen. Transparenter und auch menschenwürdiger wäre es, die juristische und medizinische Bewertung der THC-Medikamente in Deutschland neu zu regeln und diese Arzneien zuzulassen. Dann müssten die Krankenkassen die Kosten übernehmen und die Patienten sich nicht mehr in juristischen Grauzonen bewegen.

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