Fragen und Antworten: Verantwortliche in allen Altersgruppen – Viele Gründe für Falschfahrten

Geisterfahrer – die tödliche Gefahr

? Wo ist die Gefahr, einem Falschfahrer zu begegnen am größten?

!Laut einer Analyse des ADAC sind Geisterfahrer eher in Städten und dort auf kurzen Autobahnen, Zubringern und Verbindungen anzutreffen. Zudem sind Falschfahrer deutlich weniger auf ostdeutschen Straßen unterwegs als im Westen. Die meisten Geisterfahrer gibt es nach Angaben des ADAC in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen.

? Lässt sich ein zeitlicher Schwerpunkt festmachen, wann Falschfahrer besonders häufig unterwegs sind?

!Ja. An Wochenenden ist ihre Zahl am höchsten, Demnach werden rund 23 Prozent aller gemeldeten Falschfahrten am Sonntag registriert. Die anderen Wochentage kommen auf Anteile von elf bis fünf Prozent. Zwischen 20 und 5 Uhr ist die Gefahr am größten, auf einen Geisterfahrer zu treffen.

? Und zu welcher Altersgruppe gehören die Geisterfahrer?

!Hier lässt sich kein Schwerpunkt ausmachen. Das Phänomen ist in nahezu allen Altersgruppen vertreten. Mit 32 Prozent haben nach einer Untersuchung des niederländischen Instituts „For Road Safety Research“ die über 70-Jährigen zwar den größten Anteil, allerdings stehen ihnen die 25- bis 35-Jährigen mit 24,3 Prozent nur wenig nach. Und sogar die 18- bis 24-Jährigen sind mit 8,7 Prozent dabei.

? Wie lang dauert eine Geisterfahrt im Schnitt etwa?

!Der Automobilclub von Deutschland (AvD) geht davon aus, dass 26 Prozent der Falschfahrten nach 100 Metern beendet ist. In 34 Prozent der Fälle sind es bis zu 500 Meter. 23 Prozent der Geisterfahrer sind hingegen auch weiter als einen Kilometer unterwegs.

? Was sind die Gründe, dass Autofahrer auf der falschen Seite unterwegs sind?

!Darüber wird spekuliert. Nach einer Untersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen kann Stress dazu führen, dass etwa der Handelsvertreter falsch auf die Autobahn abbiegt. Ebenso kommt Müdigkeit beispielsweise übernächtigter Discobesucher als Ursache vor. Und oft liegt eine Geisterfahrt in der verwirrenden Verkehrsführung und Beschilderung begründet, sagt Wolfgang Herda, Verkehrsexperte des ADAC Hessen/Thüringen. Hinzu komme bei 18- bis 35-Jährigen Drogenkonsum und bei über 65-Jährigen Medikamenteneinnahme.

? Wie viele Menschen sterben durch Geisterfahrer?

!Laut ADAC kommen bundesweit jedes Jahr etwa 20 Menschen durch Falschfahrer ums Leben. Rund drei Prozent aller tödlichen Unfälle auf Autobahnen sollen auf Geisterfahrer zurück gehen.

? Sind Geisterfahrten überhaupt zu verhindern?

!Ganz wird man sie sicherlich nicht verhindern können. Zum Beispiel in den Fällen, in denen ein Autofahrer aus Suizidgründen verkehrt auf eine Autobahn fährt. Reduzieren kann man die Zahl der Falschfahrer allerdings, so ist Verkehrsexperte Herda überzeugt, durch eine eindeutige Beschilderung an den Auffahrten. Nichts hält der ADAC-Mann hingegen von technischen Maßnahmen, wie das Einbringen von Krallen in den Fahrbahnen, um verkehrtes Auffahren auf Autobahnen zu verhindern. Hier sei der Aufwand entschieden zu hoch. Weiter führen Krallen-Gegner ins Feld, dass Rettungs- und Einsatzfahrzeuge, die zum Teil richtungsverkehrt auffahren müssten, um schnell am Unfallort zu sein, behindert würden.

? Mit welchen Strafen müssen Falschfahrer rechnen?

!In Deutschland ist Falschfahren eine Gefährdung des Straßenverkehrs und kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder mit einer Geldstrafe geahndet werden.

? Was sollte man tun, wenn die Gefahr besteht, einem Falschfahrer zu begegnen?

!Äußerst rechts fahren und auf keinen Fall überholen, lautet die erste Regel. Wenn die Möglichkeit besteht, sollte man einen Park- oder Rastplatz anfahren. Ansonsten gilt: Licht einschalten, um vom Falschfahrer möglichst früh erkannt zu werden. KOMMENTAR

Von Peter Kilian

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