Erleichterung in Washington

Festnahme im Zusammenhang mit Giftbriefen

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In Corinth nahm die Polizei den verdächtigen festP

Washington  - Wenige Tage nach dem Terroranschlag von Boston sorgen in Washington mit Gift präparierte Briefe an Präsident Obama für Wirbel. Nun ist den Fahndern ein Verdächtiger in Netz gegangen.

Erleichterung in Washington: Das FBI hat einen Mann festgenommen, der vor wenigen Tagen Giftbriefe an US-Präsident Barack Obama und einen Senator verschickt haben soll. Die Schreiben, die nach ersten Tests mit dem tödlichen Eiweißstoff Ricin präpariert waren, wurden in den Poststellen des Weißen Hauses und Kapitols abgefangen. Der Fall hatte kurz nach dem Terroranschlag beim Boston-Marathon tiefe Besorgnisse ausgelöst. Ein Zusammenhang zwischen beiden Verbrechen besteht aber nach Angaben der Behörden nicht.

Kevin Curtis schon sehr früh unter Verdacht

In einer am Mittwochabend (Ortszeit) veröffentlichten FBI-Mitteilung hieß es, der Verdächtige Paul Kevin Curtis sei in seiner Wohnung in Corinth im US-Staat Mississippi gestellt worden. Der Ort ist etwa 80 Kilometer von der Heimatstadt des republikanischen Senators Roger Wicker entfernt, an den einer der Briefe adressiert war. Dem FBI zufolge steht Curtis auch im Verdacht, einen dritten präparierten Brief an einen namentlich nicht genannten Justizbeamten in Mississippi verschickt zu haben.

Wie die Bundespolizei auf die Spur des Mannes kam, geht aus der FBI-Mitteilung nicht hervor. Nach Medienberichten hatte das FBI Curtis aber schon „von einem sehr frühen Zeitpunkt an“ in Verdacht. Er habe mehrfach Briefe an Wicker geschrieben. Wie es weiter hieß, waren die präparierten Schreiben mit dem Satz unterzeichnet: „Ich bin KC und habe diese Botschaft gebilligt“. Das ist eine Formulierung, die Politiker am Ende von politischen Werbespots verwenden, um zu zeigen, dass sie hinter dem Inhalt des Spots stehen.

Hochgiftiger Eiweißstoff gefunden

Das Schreiben an Senator Roger Wicker war bereits am Dienstag in einer Poststelle des US-Kongresses im Bundesstaat Maryland entdeckt worden. Am Mittwoch teilte das FBI mit, dass auch ein an Obama adressierter Brief positiv auf das Gift getestet wurde. Die Schreiben seien zur weiteren Untersuchung in Speziallabors gebracht worden.

Am Mittwoch hatten Berichte über andere vermeintlich verdächtige Briefe und Pakete in Senatsbüros für neuen Wirbel gesorgt, Teile von Senatsgebäuden wurden vorübergehend evakuiert. Es handelte sich aber offenbar um falschen Alarm.

Ricin ist ein hochgiftiger Eiweißstoff, der aus den Samen des Wunderbaums gewonnen wird. Geringste Mengen reichen aus, um einen Menschen zu töten.

dpa

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