Geplant: Ein Museum für das Militär

Kassel. 20 000 Soldaten waren einst zwischen Lahn und Leine stationiert. Sie waren nicht nur im Kalten Krieg für die Landesverteidigung zuständig, sondern gehörten zum alltäglichen Leben in der Region.

Sie sorgten in Nordhessen für Aufträge, halfen in Sportvereinen, bei Festen und in mannigfachen Organisationen aus. Von dieser Tradition ist nicht viel geblieben, und die Erinnerung verblasst an ein Stück Geschichte im Leben an der innerdeutschen Grenze nach und nach.

Jürgen Damm

Das soll sich nun ändern. Dafür wollen Oberst a. D. Jürgen Damm, zuletzt Bundeswehrkommandeur in Kassel, und Dr. Jürgen Römer, Leiter des Regionalmuseums Wolfhager Land, sorgen. Ihr Plan: In Nordhessen soll ein Militärmuseum entstehen, das die Geschichte der Bundeswehr in der Region spiegelt.

Römer: „Nordhessen ist wie kaum eine andere Region in Deutschland geprägt durch die Bundeswehr. Sie hat in mehr als 50 Jahren tiefe Spuren im Regierungsbezirk hinterlassen. Heute ist es nötiger denn je, sich der eigenen Geschichte zu erinnern.“

Jürgen Römer

Die Initiatoren des Museums sind schon dabei, Nägel mit Köpfen zu machen. Etwa 300 Briefe haben sie verschickt, an Menschen aus Politik und Wirtschaft, an die Regionalförderung und an Reservistenverbände. Sie hoffen auf große Resonanz, insbesondere bei einer Info-Veranstaltung am 5. September in der Baunataler Stadthalle. Dort sollen viele Interessierte zusammenkommen, um erste Schritte auf dem Weg zum Militärmuseum zu besprechen. Römer: „Ich wäre froh, wenn so etwas wie eine Arbeitsgruppe entstehen könnte.“

Zwischen Bad Karlshafen und Stadtallendorf, zwischen Frankenberg und Sontra gibt es viele Initiativen von ehemaligen Soldaten, die Exponate aus der Bundeswehrzeit erhalten wollen. Das alles soll jetzt in einem zentralen Museum gebündelt werden. Und zusätzlich will man sich bemühen, auch großes Gerät wie Panzer auszustellen.

Professioneller Anspruch

Das Museum soll einen professionellen Anspruch haben, um Besucher aus ganz Deutschland anzulocken, sagt Römer. Das Militärgeschichtliche Forschungsamt in Potsdam habe bereits fachliche Unterstützung zugesagt.

Und wo soll das Museum stehen? Diese Frage wollen die Initiatoren zunächst ausklammern, bis inhaltliche und finanzielle Aspekte (wer kann was zahlen?) des Projekts geklärt sind. Denn sowohl Jürgen Damm als auch Jürgen Römer wissen: Bei der Frage, wer ein vermutlich höchst attraktives Museum bekommt, wird man sich bei den Interessenten in der Region die Köpfe heißreden. (tho)

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