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Angeblicher Urlaub – Schröder für Gespräche über Energiepolitik in Moskau

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Von: Jan Oeftger

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Der frühere Bundeskanzler Schröder weilt erneut in Russland. Erst im März war er in dem Land, um Putin vom Frieden zu überzeugen.

Moskau – Bereits zu Beginn des Ukraine-Krieges stand Altkanzler Gerhard Schröder aufgrund seiner engen Verbindung zu Russland und dem Präsidenten Wladimir Putin in der Kritik. Jetzt sorgt er erneut für Aufsehen. Schröder ist nach Moskau gereist, um dort angeblich Urlaub zu machen. Seine Frau nannte nun den wahren Grund für die Reise, es geht um Energiepolitik. Bereits im März war er in Russland gewesen und wollte Putin dazu bringen, den Krieg zu beenden.

Schröders Ehefrau Soyeon Schröder-Kim bestätigte gegenüber dem Spiegel den Russland-Aufenthalt ihres Mannes. „Er ist nicht im Urlaub, sondern führt Gespräche über Energiepolitik in Moskau“, sagte sie über die Beweggründe für die Reise. In den Gesprächen soll es um Gaslieferungen durch die Nord Stream 1-Pipeline gehen. Laut Kremlsprecher Dmitri Peskow ist sogar ein persönliches Gespräch mit Putin nicht ausgeschlossen. „Treffen als solche gibt es nicht, aber wir schließen einen Kontakt nicht aus“, sagte Peskow der Nachrichtenagentur Interfax.

Altkanzler Schröder (rechts) hält sich gerade in Moskau auf (Archivbild).
Altkanzler Schröder (rechts) hält sich gerade in Moskau auf (Archivbild). © Alexei Druzhinin/dpa

Schröder macht in Russland angeblich Urlaub

„Ich mache hier ein paar Tage Urlaub. Moskau ist eine schöne Stadt“, begründete Schröder seine Reise nach Russland zunächst bei n-tv. Doch dass er seinen angeblichen Urlaub ausgerechnet in einem Land verbringen möchte, das einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland führt, sorgte für Kritik. Zusätzliche Brisanz bekommt das Thema dadurch, dass die Zentrale des russischen Ölkonzerns Rosneft ganz in der Nähe von Schröders angeblichen Urlaubsortes ist. Darauf angesprochen, entgegnete Schröder bei n-tv: „Ist das so? Ach ja stimmt, da haben Sie recht.“

Noch bis Mai saß er im Aufsichtsrat von Rosneft. Schröder sorgte mit seiner engen Verbindung zu Russland und Putin, um dessen Gesundheitszustand es neue Gerüchte gibt, auch nach Kriegsbeginn für viel Unverständnis. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete, möchte Schröder den Kontakt zu Putin weiterhin halten.

Darauf reagierte Deutschland mit Sanktionen und beendete einige Privilegien des Altkanzlers. Schröders Büro wurde auf „ruhend gestellt“. Dadurch bekommt er keine Mitarbeiter mehr bezahlt. Auch die eigene Partei, die SPD, stellte sich gegen Schröder. (Jan Oeftger)

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