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Druck auf Schröder wegen Ukraine-Krieg wächst: Mitarbeiter schmeißen hin

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Von: Alina Schröder

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Altkanzler Schröder gerät während des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine zunehmend unter Druck. Jetzt kehren sich einige seiner Mitarbeiter von ihm ab.

Berlin – Um den ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) wird es einsam. Zwei seiner engsten Mitarbeiter im Bundestagsbüro kehren ihm nun den Rücken zu. Der Grund: Die Nähe zu dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und seine lukrativen Posten bei Konzernen in Russland.

Wie das Nachrichtenportal The Pioneer und die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichten, wird unter anderem Schröders Büroleiter und Redenschreiber Albrecht Funk nicht mehr mit dem Politiker zusammenarbeiten. Dieser war seit mehr als 20 Jahren für den SPD-Politiker tätig gewesen. Auch sollen weitere Angestellte ihren Posten aufgegeben haben. Der Druck auf den Altkanzler nimmt während des Ukraine-Kriegs weiter zu.

Während des Ukraine-Kriegs: Büromitarbeiter verlassen Gerhard Schröder

„Ich kann bestätigen, dass die vier Mitarbeiter in dem Büro gebeten haben, wieder in anderen Funktionen zu arbeiten“, sagte Albrecht Funk aus dem Büro auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters. Von Schröder und seinem Büro ist zunächst keine Stellungnahme gekommen. In dem Bericht von The Pioneer heißt es jedoch, es habe starke Differenzen zwischen Funk und Schröder wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine gegeben. So soll Funk ihm eine rasche und deutliche Distanzierung von Kremlchef Wladimir Putin sowie einen Rücktritt von allen Aufsichtsratsmandaten in russischen Unternehmen empfohlen haben. Ob Schröder solche Schritte tatsächlich in Erwägung zieht, ist bislang noch nicht bekannt.

Aber auch die SPD-Spitze äußert scharfe Kritik an dem früheren Kanzler. Co-Chefin Saskia Esken twitterte etwa: „Rosneft und Gazprom sind nun Infrastruktur eines blutigen Angriffskrieges. Mit seinen dortigen Mandaten schadet Gerhard Schröder dem Ansehen Deutschlands und der Sozialdemokratie. Geschäfte mit einem Kriegstreiber sind der Rolle eines Altkanzlers unvereinbar.“ Ähnlich äußerte sich SPD-Chef Lars Klingbeil. Er erwarte „unmissverständlich“, dass Schröder geschäftliche Beziehungen zur russischen Führung aufgebe, schrieb er auf Facebook.

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Gerhard Schröder gilt als langjähriger Freund Putins und ist zudem Aufsichtsratschef beim staatlichen russischen Energiekonzern Rosneft. Darüber hinaus hat er noch Führungspositionen bei den Pipeline-Projekten Nord Stream und Nord Stream 2. Letzteres wurde bis auf Weiteres aufgrund der russischen Invasion in der Ukraine gestoppt.

Ukraine-Krieg: Schröders enge Beziehungen nach Russland haben Konsequenzen

Trotz der engen Verbindungen nach Russland und zum Kreml verurteilt Schröder die militärische Invasion in die Ukraine. Am vergangenen Donnerstag hatte er die Regierung in Moskau im Online-Netzwerk Linkedin dazu aufgefordert, den Krieg schnellstmöglich zu beenden. „Der Krieg und das damit verbundene Leid für die Menschen in der Ukraine muss schnellstmöglich beendet werden. Das ist die Verantwortung der russischen Regierung“, heißt es darin. Von persönlichen Konsequenzen war allerdings nicht die Rede. Erst im Januar sah sich Gerhard Schröder heftiger Kritik ausgesetzt, nachdem er sich zu der Ukraine-Krise geäußert hatte.

Um Altkanzler Gerhard Schröder wird es während des Ukraine-Kriegs einsam: Einige seiner Mitarbeiter haben jetzt gekündigt.
Um Altkanzler Gerhard Schröder wird es während des Ukraine-Kriegs einsam: Einige seiner Mitarbeiter haben jetzt gekündigt. (Archivbild) © Alexey Vitvitsky/Imago

Jedoch ist es der Altkanzler, der nun die Konsequenzen zu spüren bekommt: Neben dem hohen Mitarbeiter-Verlust, soll jetzt auch noch Schröders Podcast „Die Agenda“ gestoppt werden. Das bestätigte der ehemalige Regierungssprecher Béla Anda, der mit ihm die Beiträge regelmäßig aufgenommen hatte, gegenüber der Bild-Zeitung. (as/dpa)

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