Gericht: Keine deutschen Namen für Familie aus Aserbaidschan

Göttingen. Der Wunsch von Ausländern nach vollständiger Integration ist kein Grund für einen Wechsel zu deutschen Namen. Das hat das Verwaltungsgericht Göttingen entschieden und die Klage einer aus Aserbaidschan stammenden Familie gegen die Stadt Göttingen abgewiesen.

Die als Asylbewerber anerkannten Eltern und ihre drei Kinder wollten deutsche Vor- und Nachnamen annehmen, um möglichen Diskriminierungen zu entgehen und die Zuordnung zu einer bestimmten Volksgruppe oder Religion zu vermeiden. (Az. 4 A 18/11)

Namensänderungen seien aus wichtigem Grund zwar möglich. Dass ein Name fremdsprachigen Ursprungs sei oder nicht deutsch klinge, reiche jedoch nicht aus, heißt es in der jetzt bekanntgewordenen Urteilsbegründung. Zwar seien Diskriminierungen wegen des ausländischen Namens etwa am Arbeitsplatz nicht auszuschließen. Es sei aber nicht Aufgabe des Namensrechts, einer gesellschaftlichen Fehlentwicklung entgegenzusteuern.

Die Vor- und Nachnamen der Eltern und ihrer Kinder heben sie nach Ansicht des Gerichts nicht aus der Mehrzahl der in Deutschland lebenden Menschen ausländischen Namens heraus. Die Schreibweise sei nicht besonders schwierig und auch sonst böten die Namen keinen Anlass für besondere Belastungen, etwa durch Wortspiele.

Auch dass die Kinder Vornamen mit Bezug zum moslemischen Glauben trügen, sei kein großes Problem, weil andere damit nicht unbedingt eine aktive Glaubensausübung verbänden. (dpa/lni)

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