Geschenktipp:

Weihnachten als Fest der Liebe zu Erlebnisessen zelebrieren!

Eine nicht ganz astreine Briten-Lady serviert Gästen in der Kasseler Orangerie einen Mord zum Menü. Gourmetjünger werden in Göttingen zu sinnlichen Experimenten der erotischen Küche verführt. In Heilbad Heiligenstadt lässt Gastronom Guido Zinke Gäste komplett im Dunkeln sitzen. Was ist da los?

Ganz einfach, die Deutschen haben ihre Liebe zu Erlebnisessen entdeckt. Und die Organisatoren legen sich überall kräftig ins Zeug, um originelle Veranstaltungsorte für ihre ausgefallenen Szenarien zu scouten: Dunkelrestaurants, Burggewölbe, Aquarien oder an Seilen schwebende Mobile-Restaurants mit Anschnallpflicht. Klingt nach einer prima Geschenkidee, und das ist es offensichtlich auch. Denn gerade zu Weihnachten boomt das Geschäft mit Geschenkgutscheinen für Erlebnisessen. Höchste Zeit also für Weihnachtsfrauen und Weihnachtsmänner, sich einen Überblick zu verschaffen und hinter die Kulissen der Erlebnisessen zu schauen!

Beim Krimi-Dinner speisen und rätseln die Gäste auf der Restaurantbühne

Wenn es um kulinarische Großtaten geht, sind Briten natürlich völlig unverdächtig. Aber bekanntlich mögen es die Inselbewohner skurril. Vielleicht hatten sie deshalb als erste die Idee, ein langweiliges Restaurantessen mit einer spannenden Kriminalhandlung zu würzen. Inzwischen sind Tatort-Dinner zum Klassiker der Erlebnisessen geworden. Spannung und Spaß, mehrgängiges Menü und ein Mord, nach diesem Grundrezept bereiten die unterschiedlichen Anbieter ihre Krimi-Dinner zu. Dass dabei wahlweise Figuren nach dem Vorbild von Edgar Wallace, ein Pariser Commissaire, ein US-Sheriff oder ein Ruhrpottpolizist à la Schimanski ihren Auftritt haben, sorgt für Abwechslung und entsprechendes Lokalkolorit. Der besondere Reiz des Krimi-Dinners inklusive Mordermittlung ist: Die Gäste speisen gewissermaßen auf einer Restaurantbühne, auf der sich Kellner und professionelle Akteure in passenden Kostümierungen tummeln. Echte Fans dieses Erlebnisessens wählen ihre Kleidung für den Abend übrigens themen- und zeitbezogen. So fallen die Grenzen zwischen Gästen und Schauspielern. Spannend, spaßig und skurril, weil alle Anwesenden mit ermitteln dürfen!

Beim Blind Dinner schärfen die Gäste im Dunkeln ihre Sinneswahrnehmungen

Die Idee zum Dinner im Dunkeln kommt aus der Schweiz. Ursprünglich ging es den Machern dieses in kompletter Finsternis stattfindenden Erlebnisessens darum, den Gästen die Wahrnehmungswelt von Blinden auf sinnliche Weise näherzubringen. Blind Dinner heißen diese Veranstaltungen deswegen auch. Obwohl viele dieser Erlebnisessen heute noch von sehbehinderten Servicekräften betreut werden, ist der ursprüngliche Gedanke etwas in den Hintergrund getreten. In jedem Fall dürfen Gäste eines Dinner in the dark damit rechnen, absolut neue sinnliche Erfahrungen machen zu können. Es gibt eine mehrgängige Speisefolge, die vorher persönlich ausgesucht oder als Überraschungsmenü serviert wird. Dann heißt es: Licht aus, Sinne an! Hören, riechen, tasten, schmecken, die völlige Dunkelheit weckt die Aufmerksamkeit und kann auf diese Weise das Geschmacksempfinden intensivieren. Wer es einmal ausprobiert hat, der weiß: Ein Dinner im Dunkeln wird zur Erfahrung für das ganze Leben!

Up, up in the sky!

Kein Mensch weiß, welcher Witzbold auf die Idee gekommen ist, ein mobiles Restaurant an Drahtseile zu hängen und mit dem Kran mehr als haushoch in die Luft zu hieven. Doch es ist geschehen und nun geschieht es immer öfter auch in Deutschland. Diese Veranstaltungen müssen unbesehen in die Kategorie gehobene Gastronomie eingeordnet werden, heißen jedoch eigentlich schöner Flying Dinner oder Dinner in the sky. Wobei letzteres der passendere Ausdruck ist. Denn bei diesem Erlebnisessen hängt alles in der Luft: Der Tisch, Sessel und Kellner, das mehrgängige Menü, die Messer, Flaschen, Teller, Gabeln, Gläser – und die Gäste. Die sollten ihre Höhenangst zu Hause lassen und an wetterfeste Bekleidung denken. Allerdings bietet das zeitweilige Himmelsrestaurant seinen Gästen neben Sitzen mit Anschnallpflicht sogar ein Dach über dem Kopf. Dieses Erlebnisessen ist keine Luftnummer, sondern eine wirklich himmlische Erfahrung!

Ab ins Unterwasserrestaurant!

In eine ganz andere Richtung bewegen sich Erlebnisessen, zu denen die Gäste meistens in trauter Zweisamkeit erscheinen. Gedämpftes Licht, gedämpfte Musik, gedämpfter Fisch, das sind untrügliche Zeichen, dass es sich um ein Dinner unter Wasser handelt. Diese romantisch veranlagten Erlebnisessen finden in den Anlagen großer Aquarien wie etwa im berühmten Sea Life in München oder in Unterwasserrestaurants mit Poolblick und Bullaugenfenstern statt. Auf dem Menüplan stehen natürlich vorzugsweise Fische und andere Meerestiere, da sie perfekt zum Ambiente passen. Aber wie bei fast allen Veranstaltungen der Eventgastronomie können Gäste ihr Mahl auch nach persönlichen Vorlieben selbst zusammenstellen. Ein Erlebnisessen für Romantiker und Hochzeitsantragssteller, die das ewige Candle-Light-Dinner leid sind!

Ungewöhnliche Locations: Heute gehen wir mal im Bergwerk essen!

Wem Himmels- und Unterwasserrestaurants zu profan sind, dem bieten sich auf dem nächsten Wochenendtrip vielleicht passende Lokalitäten. Denn Erlebnisessen für alle, die angeblich schon alles kennen, werden an mitunter wirklich überraschenden Orten serviert. In Rüdesheim am Rhein bekommen Gäste ihr Mahl im ehemaligen Stadtgefängnis kredenzt. Im nordrhein-westfälischen Bestwig-Ramsbeck fahren Erlebnisesser in ein stillgelegtes Bergwerk ein und verzehren ihr Menü unter Tage. Und dann gäbe es da noch ein Dinner im Eis, im Iglu, auf einer Schwimminsel auf der Lahn oder im Riesenrad des Wiener Prater. Das Angebotskarussell für Erlebnisessen scheint sich immer schneller zu drehen!

Burgen und Schlösser öffnen ihre Tore für Erlebnisessen

Deutschland ist das Land der Burgen und Schlösser. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum sich Ritteressen mit ihren meist derben Tischgebräuchen und zünftigen Mahlzeiten als klassisches Erlebnisessen bei Gruppenausflügen überall im Land etabliert haben. Vielleicht hat die Beliebtheit des Rittermahls aber auch damit zu tun, dass es einfach Spaß macht, mal etwas aus dem Rahmen fallen und in aller Öffentlichkeit mit den Händen essen zu dürfen. Allerdings bieten Eventrestaurants in historischen Herbergen auch edlere Varianten an, bei denen es Burgfräulein-anständig zugeht. Die Gelegenheit, für ein paar Stunden den Schlossherrn zu spielen, ist so ein Edeldinner mit historischer Schlafstatt allemal!

Kochkurse bringen neue Ideen für Erlebnisessen zu Hause

Weihnachtszeit ist Geschenkezeit, und ganz oben auf der Hitliste der Gastropräsente stehen neben Essensgutscheinen Geschenkgutscheine für Kochkurse. Die beiden Hauptgründe: Fast jeder Mann kocht, und Geschenke für Männer sind rar. Deswegen geben jetzt fast alle Sterneköche, Bäcker, Konditoren und TV-Stars Kochkurse zu alltäglichen Themen wie der Molekularküche und der finnischen oder zu exotischen Sachverhalten wie deutschen Regionalgerichten und richtiges Insektenkochen. Das Angebot ist so reichhaltig wie manche Küchen dieser Welt. Und jeder Hobbykoch liebt es nun mal, zu fachsimpeln und von Profi-Gourmets zu lernen. Nach dem Kochkurs schmeckt das Erlebnisessen zu Hause garantiert noch besser!

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