GEW: Unis müssen bei zentraler Studienplatzvergabe mitmachen

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Nicht alle zur Verfügung stehenden Studienplätze an deutschen Hochschulen werden besetzt. Dabei sind viele der Bachelor- und Master-Studienplätze eigentlich heiß begehrt. Foto: Michael Reichel/Symbol

Berlin (dpa) - Mehr Kooperation statt Vergabe-Chaos: Angesichts tausender unbesetzter Studienplätze in begehrten Fächern hat die Bildungsgewerkschaft GEW Hochschulen und Politik zu einer Kursänderung aufgerufen.

Das computergestützte Dialogorientierte Serviceverfahren (DoSV) funktioniere nicht, weil nur ein Bruchteil der Universitäten sich daran beteilige, sagte der stellvertretende GEW-Chef Andreas Keller der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Die Hochschulen müssen verpflichtet werden, dort mitzumachen. Das könnte auch der Bund tun, aber er nutzt seine Gesetzgebungskompetenz nicht."

Kürzlich war bekanntgeworden, dass mindestens knapp 15 000 begehrte Bachelor- und Master-Studienplätze mit Beschränkung durch Numerus Clausus (NC) auch gegen Ende des Wintersemesters unbesetzt waren. Das Serviceverfahren der Stiftung für Hochschulzulassung hatte 2008 die Zentrale Vergabestelle für Studienplätze (ZVS) abgelöst. "Das Thema poppt fast zu jedem Semester hoch", sagte Keller. "Es war ein Fehler, in Fächern, wo es einen Studienplatzmangel gibt, das zentrale Verfahren abzuschaffen und gleichzeitig keinen Ersatz zu haben."

Derzeit könne man sich "bei sieben Hochschulen bewerben, und im Falle eines positiven Bescheids haben junge Leute dann was anderes im Sinn als sich dort abzumelden, wo sie den Zuschlag nicht bekommen haben". Es gehe der GEW um ein Hochschulzulassungsgesetz, mit dem es für Fächer mit extremem Studienplatzmangel - etwa Psychologie, Jura oder Betriebswirtschaftslehre - ein zentrales Verfahren gebe. Gefragt sei "eine Kombination zwischen Alt und Neu, im Prinzip eine Orientierung an der alten ZVS, die da gute Dienste geleistet hat", so Keller.

Bremser sind nach Ansicht des GEW-Vizes "die Hochschulen, die es zum einen nicht schlimm finden, wenn Kapazitäten nicht ausgeschöpft werden. Die zum anderen aber auch ein Interesse daran haben, sich stärker zu profilieren, vor allem diejenigen Studenten zu nehmen, die zu ihnen passen." Auch das Deutsche Studentenwerk (DSW) hatte kürzlich verlangt, die zentrale Vergabepraxis zu stärken, indem sich alle Unis am Verfahren beteiligen. Wenn mehr Hochschulen mitmachten, könnten freie Studienplätze auch zeitnah besetzt werden.

Laut "Spiegel Online" boten zum Wintersemester 62 Hochschulen 289 Studienfächer über das Verteilverfahren an - nur ein Bruchteil der rund 400 Hochschulen mit gut 16 000 Studiengängen in Deutschland. Der Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Holger Burckhart, wies die Vergleichsgröße von 400 Hochschulen aber zurück - es gehe nur um rund 170 staatliche Hochschulen. Er räumte ein, noch seien "nicht alle Hochschulen dabei, für die das Verfahren konzipiert wurde. Aber es werden stetig mehr."

Webseite zum Dialogorientierten Serviceverfahren

CHE-Studie zu NC-Fächern von 2014

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