Anschläge auf Mastanlagen - Gewalt im Namen des Tierschutzes nimmt zu

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Streitobjekt Massentierhaltung: Einige Gegner schrecken auch vor Gewalt nicht zurück.

Hannover/Göttingen. Sie nennen sich „Antispeziesistische Offensive Göttingen“ oder A.L.F. und wollen die Herrschaft des Menschen über die Tiere überwinden: Militante Tierschützer stehen angesichts mehrerer Anschläge auf Tiermastanlagen auch im Blickfeld des Verfassungsschutzes.

Auf Anfrage der FDP legte Innenminister Uwe Schünemann nun Zahlen vor, die einen deutlichen Anstieg solcher Straftaten in den vergangenen Jahren belegen. Die Landesregierung sieht zudem enge Verbindungen zum Linksextremismus.

Uwe Schünemann

2010 gab es acht politisch motivierte Anschläge auf Tierhaltungsanlagen. 2009 waren es zwei Straftaten gewesen, 2008 dagegen drei. In diesem Jahr haben die Ermittler bisher sechs Fälle registriert. Die Aktivisten legen dabei Feuer in Mastanlagen oder bedrohen Eigentümer. Bei Einbrüchen entstehen aber auch Videos, die die öffentliche Meinung beeinflussen sollen. So waren beispielsweise bei den Attacken gegen die ehemalige Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen Videos aufgetaucht, die angeblich Missstände zeigten.

Die Ermittler teilen die Szene in drei Gruppen ein: Tierschützern gehe es um artgerechtes Leben ohne unnötiges Leiden, Tierrechtler und Tierbefreier räumten den Tieren dagegen unveräußerliche Rechte und Anerkennung als gleichberechtigte Wesen ein.

Dabei gebe es vor allem bei den Tierrechtlern Bezüge zur linksextremistischen Szene. Durch diese Überschneidungen werden diese auch für den Verfassungsschutz interessant. Nach Einschätzung der Behörde bewegt sich die Zahl solcher Aktivisten „im unteren zweistelligen Bereich“.

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