Kommentar zu Gewaltexzessen in der Ukraine: "Janukowitsch muss abtreten"

Daniel Göbel über Gewalt in der Ukraine

Lange Zeit galt die Ukraine als Vorbild für friedliche Machtwechsel. Die Bilder der Gewalt auf Kiews Straßen sorgen für Entsetzen. Scharfschützen sollen gezielt Demonstranten erschossen haben. Ein Kommentar von HNA-Redakteur Daniel Göbel.

Es sind entsetzliche Bilder, die uns Tag für Tag aus Kiew erreichen: Prowestliche Demonstranten greifen Sicherheitskräfte mit Brandsätzen an, die wiederum schlagen schonungslos mit Gummigeschossen und Blendgranaten zurück. Beide Seiten versuchen mit Gewalt, den politischen Gegner in die Knie zu zwingen. Weder die Regierung noch die Demonstranten sind zu Kompromissen bereit. Um die blutige Auseinandersetzung zu stoppen, ist daher ein Rücktritt von Präsident Victor Janukowitsch unumgänglich.

Lesen Sie auch

Tödliche Schüsse: Eskalation der Gewalt in Kiew

Eine Elite, die ihr Volk als Untertanen sieht und der Opposition um Boxweltmeister Vitali Klitschko keinerlei Rechte einräumt, ja sogar versucht zu eliminieren, hat mehr als ausgedient. Wenn Janukowitsch weiter an seinem Amt festhält, wird sich die Gewalt in der Ukraine fortsetzen. Das zeigt der Verlauf der Proteste, der – zumindest von Seiten der Demonstranten – zunächst friedlich begann, bis Sicherheitskräfte ihre Macht mit Reizgas und Gummigeschossen demonstrierten. Janukowitsch ein Ultimatum für Neuwahlen zu stellen und gleichzeitig ein alternatives Parlament zu schaffen, war daher ein erster, richtiger Schritt der Regierungsgegner. Die Aussage, das Ultimatum notfalls mit Gewalt durchzusetzen, trübt hingegen die Hoffnung auf einen Neuanfang. Und der ist notwendig, um wieder ein Stück Normalität einkehren zu lassen. Ein Rücktritt des Janukowitsch-Regimes wäre somit der einzig richtige Schritt. dag@hna.de

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.