Niedersachsens Städte kassieren bei ihren Friedhofsgebühren sehr unterschiedlich ab

Gewaltige Unterschiede

Trauernder Engel auf einem Grab (in Hannover): Die Friedhofsgebühren in Niedersachsen gehen extrem stark auseinander. Foto: dpa

Hannover. Bei den Friedhofsgebühren kassieren die Städte in Niedersachsen höchst unterschiedlich ab. Die gewaltigen Unterschiede seien nicht nachvollziehbar, beklagten der Bund der Steuerzahler (BdSt) und der Verein Aeternitas bei der Vorstellung einer Studie Freitag in Hannover.

Es sei nicht verständlich, warum die Bürger in Langenhagen für eine Sarg-Bestattung 1740 Euro zahlen müssten, während in Nordhorn nur 170 Euro fällig würden, sagte der BdSt-Vorsitzende Bernhard Zentgraf. In Bramsche koste eine Urnenbeisetzung lediglich 95 Euro, im zehn Kilometer entfernten Wallenhorst dagegen 540 Euro. In Braunschweig gibt es 74 unterschiedliche Gebührensätze.

Im Durchschnitt sind die Friedhofsgebühren seit sechs Jahren nur moderat um etwa 18 Prozent gestiegen. Braunschweig, Salzgitter und Soltau senkten sogar die Beträge.

Göttingen sei eine Stadt mit überdurchschnittlich hohen Friedhofsgebühren, erklärte Aeternitas-Geschäftsführer Christoph Keldenich. Da es vielerorts jahrelang keine Anpassung gab, sei demnächst mit erheblichen Gebührensprüngen zu rechnen. Untersucht wurden 75 Städte mit mehr als 20 000 Einwohnern.

Angesichts der Konkurrenz von privat betriebenen Friedwäldern und Ruheforsten bieten die städtischen Friedhöfe vermehrt Bestattungen unter Bäumen an. Die dafür verlangten Gebühren seien aber vergleichsweise hoch: „Wir hoffen nicht, dass die Städte diesen Trend nutzen, um ihre Einnahmen zu steigern.“ Kommunen dürfen Gebühren nur erheben, um die tatsächlichen Kosten abzudecken.

Hinterbliebene müssen durchschnittlich zwischen 3000 und 14 000 Euro für eine Bestattung zahlen, davon entfällt etwa ein Viertel auf die Friedhofsgebühren.

Der Steuerzahlerbund regte an, Friedhofskosten teilweise aus Haushaltsmitteln zu finanzieren: „Gerade große Parks haben auch Freizeit- und Erholungswert sowie eine ökologische Bedeutung.“ (lni)

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