Gewerkschaft beklagt dünne Personaldecke der Bundespolizei

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September 2015: Ein Bundespolizist versucht an der deutsch-österreichischen Grenze Flüchtlinge aufzuhalten. Foto: Armin Weigel/Archiv

Düsseldorf (dpa) - Nach Ansicht der Deutschen Polizeigewerkschaft wären die Ereignisse in der Silvesternacht in Köln nicht so eskaliert, wenn nicht 200 Bundespolizisten aus Nordrhein-Westfalen wegen der Flüchtlingskrise in Bayern im Einsatz gewesen wären.

"Sie hätten den bedrängten Kollegen in Köln zu Hilfe kommen können. Dann wäre die Nacht anders verlaufen", sagte der für die Bundespolizei zuständige Vize-Chef der Gewerkschaft, Ernst Walter, der "Rheinischen Post".

11 von 14 Reviere der Bundespolizei in NRW seien in den vergangenen Monaten nur zeitweise besetzt gewesen. "Zu diesen massiven Einschränkungen - manchen Dienststellen steht nur rund die Hälfte des eigentlichen Personals zur Verfügung - ist es gekommen, weil rund 200 Beamte in Bayern ihren Dienst tun", sagte Walter weiter.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann widersprach. "Dass die Bundespolizei stark an der Grenze gefordert ist, ist sicherlich richtig, aber darauf darf man sich in einer solchen Situation nicht herausreden", sagte der CSU-Politiker der "Augsburger Allgemeinen". "Entscheidend ist, dass die Polizei ein überzeugendes Einsatzkonzept hat, dass Verdächtige festgenommen werden und dass zügig ermittelt wird."

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte am Freitagabend in der ARD zur Aufstellung der Bundespolizei am Kölner Bahnhof während der massiven Übergriffe auf Frauen am Silvesterabend: Mit insgesamt 70 Personen sei es "eine ordentliche Besetzung für eine normale Silvesternacht (gewesen). Im Nachhinein war es zu wenig."

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