"An den Haaren herbeigezogen"

Ghetto-Renten: Deutschland und Israel dementieren

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Mit erhobenen Händen werden im Mai 1943 jüdische Frauen, Männer und Kinder von deutschen SS-Soldaten aus dem brennenden Ghetto der polnischen Hauptstadt Warschau getrieben.

Tel Aviv - Israel und Deutschland haben einen Zeitungsbericht über eine angebliche Verbindung zwischen Renten für Überlebende des Holocausts und einen israelischen Siedlungsstopp zurückgewiesen.

„Ich kann Ihnen sagen, dass es an den Haaren herbeigezogen ist, zu behaupten, dass es irgendwo im Kanzleramt jemanden gäbe, der eine Verbindung zwischen Ghetto-Renten und der israelischen Siedlungsbau-Politik herstellt“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Dienstag in Berlin.

Die Zeitung „Jediot Achronot“ hatte unter Berufung auf ungenannte Beamte in Jerusalem berichtet, Deutschland verzögere Gespräche über Renten für ehemalige Zwangsarbeiter in Ghettos, bis Israel einen Siedlungsstopp erklärt habe.

Die meistgesuchten Nazi-Verbrecher

Sie haben sich dem Zugriff der Justiz entzogen. Auf der Liste der meistgesuchten Nazi- Kriegsverbrecher des Simon-Wiesenthal-Zentrums in Jerusalem stehen folgende Namen: © dpa
ALOIS BRUNNER (Jahrgang 1912) in Syrien: Der wichtigste bislang strafrechtlich nicht verfolgte Nazi-Kriegsverbrecher ist möglicherweise nicht mehr am Leben. © dpa
Der ehemalige SS-Hauptsturmführer soll als “Ingenieur der Endlösung“ für den Tod von etwa 130 000 Juden aus mehreren Ländern verantwortlich sein. © dpa
Brunner wurde das letzte Mal im Jahr 2001 in Damaskus (Syrien) gesehen. © dpa
ARIBERT HEIM (1914) in Ägypten: Der als “Dr. Tod“ berüchtigte frühere KZ-Arzt soll 1992 mit 78 Jahren in Kairo gestorben sein. Als Beleg gilt ein Auszug aus dem Sterberegister. © dpa
Aufgrund einer beim Bundesfinanzhof anhängigen Steuersache schließt das Wiesenthal- Zentrum jedoch nicht aus, dass Heim noch lebt. © dpa
Er soll in den Konzentrationslagern Sachsenhausen, Buchenwald und Mauthausen zahlreiche Menschen ermordet haben, viele durch Injektionen ins Herz. © ZDF
SANDOR KEPIRO (1914) in Ungarn: Der Polizeioffizier wird verdächtigt, an der Ermordung von mehr als 1200 Zivilisten im serbischen Novi Sad teilgenommen zu haben. © dpa
MILIVOJ ASNER (1913) in Österreich: Der ehemalige Polizeichef in Kroatien soll aktiv an der Verfolgung und Deportation von Serben, Juden sowie Sinti und Roma beteiligt gewesen sein. © AP
KLAAS CARL FABER (1922) in Deutschland: In den Niederlanden wurde er für den Tod von Gefangenen 1944 zum Tode verurteilt. © dpa
Das Urteil wurde 1948 in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt. 1952 flüchtete er aus dem Gefängnis und lebt seit Jahrzehnten in Ingolstadt. © dpa
SOEREN KAM (1921) in Deutschland: Das ehemalige SS-Mitglied soll für den Tod eines dänischen Journalisten verantwortlich sein und die Deportation der jüdischen Gemeinde in Dänemark in deutsche Konzentrationslager ermöglicht haben. © dpa
Wegen Tötung in Dänemark verurteilt, lebt Kam heute in Kempten im Allgäu. © dpa
MICHAIL GORSCHKOW (1923) in Estland: Laut Wiesenthal-Zentrum war er am Mord an Juden in Weißrussland beteiligt. © dpa
ALGIMANTAS DAILIDE (1921) in Deutschland: Er soll Juden festgenommen haben, die später von Nationalsozialisten getötet wurden. © dpa
Von den USA ausgeliefert wurde er in Litauen verurteilt, musste seine Haft aber wegen seines Gesundheitszustands nicht antreten und lebt heute in Sachsen. © dpa

Auch das israelische Außenministerium in Jerusalem wies den Bericht als haltlos zurück. Israel und Deutschland arbeiteten Hand in Hand, um die Frage der Zahlungen an ehemalige Zwangsarbeiter zu lösen, teilte Außenamtssprecher Jigal Palmor mit. Der Zeitungsartikel „entspricht nicht der Wirklichkeit und ganz bestimmt nicht der Haltung der israelischen Regierung“. Es gebe keinerlei Verbindung zwischen der Frage der Entschädigungen und der Siedlungen.

dpa

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