Kommentar zum Prozess gegen Manager der BayernLB: "Gier ist nicht strafbar"

Barbara Will über den Prozess gegen Manager der BayernLB

Für vier Ex-Vorstände der BayernLB ist der Prozess um den Fehlkauf der Bank Hypo Group Alpe Adria vorbei, Das zähe Verfahren wird gegen Geldauflagen eingestellt. Dabei hatte das Desaster die BayernLB beinahe ruiniert und schließlich den Steuerzahler Milliarden gekostet. Die Entscheidung des Gerichts ist logisch und absurd zugleich - ein Kommentar von Barbara Will.

selten haben Bankvorstände derartig danebengegriffen: 1,6 Milliarden Euro hatte die BayernLB dafür ausgegeben, um sich selbst an den Rand des Ruins zu manövrieren. Dass vier der sechs Verantwortlichen aus dem Debakel um die Hypo Group Alpe Adria mit Geldauflagen von höchstens 20.000 Euro herauskommen, klingt absurd. Denn die Rechnung für den Fehlkauf bezahlte letztlich der Steuerzahler, der die BayernLB mit einer Milliardenstütze vor der Pleite bewahrte. Juristisch ist die Entscheidung trotzdem sauber.

Denn vor Gericht ging es nicht um die Frage, ob der Kauf der österreichischen Bank ein Reinfall war, sondern darum, ob die Vorstände das Risiko des Kaufs bewusst ignorierten. Das konnte das Gericht nicht belegen.

Die vier ehemaligen Bankmanager arbeiteten mit der HGAA am vermeintlich großen Deal, träumten von der Geschäftsausweitung nach Osteuropa – während in den USA Ramsch-Hypotheken grade die weltweite Finanzkrise auslösten. Das Bayern-Quartett hat deshalb juristisch eine reine Weste, weil es kein Gesetz für solche Fehlspekulationen gibt: Gier ist nicht strafbar.

Email an die Autorin: wll@hna.de

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