Behörde bestätigt Verzug

Giftgas-Abtransport in Syrien verzögert sich

Den Haag - Der Transport der Chemiewaffen aus Syrien wird sich nach Einschätzung der internationalen Kontrollbehörde verzögern.

Durch Kämpfe, Transportprobleme und schlechte Witterungsbedingungen sei die Einhaltung der vom UN-Sicherheitsrat gesetzten Frist zum 31. Dezember „unwahrscheinlich“, teilte die Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) am Wochenende in Den Haag mit. Bis Mitte 2014 sollen alle syrischen Chemiewaffen vernichtet sein.

Die OPCW rechnet mit einem zügigen Beginn des Abtransports. „Trotz zahlreicher praktischer Herausforderungen stehen nun praktisch alle notwendigen logistischen und sicherheitsbedingten Einrichtungen zur Verfügung.“ Die an der Operation beteiligten Länder sowie Vertreter der UN hatten nach Angaben der OPCW bei einem Treffen am Freitag in Moskau Fortschritte erzielt.

Der Leiter der Abteilung für Abrüstung in Moskau, Michail Uljanow, hatte schon am Freitag der Agentur Itar-Tass zufolge gesagt, dass die syrischen Chemiewaffen nicht bis zum Jahresende abtransportiert werden können. „Es gibt aber keinen Grund, die Lage zu dramatisieren. Derzeit werden die Giftstoffe zum Transport vorbereitet - es geht darum, die sicherste Route zu finden“, sagte Uljanow.

Nach dem Beschluss des UN-Sicherheitsrates sollen rund 500 Tonnen der giftigsten Kampfstoffe, darunter Sarin und Senfgas, mit russischen gepanzerten Lastwagen und 3000 amerikanischen Containern zum syrischen Hafen Latakia transportiert und zu einem italienischen Hafen verschifft werden. Dort sollen sie auf ein spezial ausgerüstetes Schiff der US-Marine geladen und dann auf See neutralisiert werden. Zahlreiche Länder beteiligen sich mit finanzieller, materieller und logistischer Hilfe an der Operation.

dpa

Rubriklistenbild: © Symbofoto: AFP

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