Im Interview

Assad weist Schuld an Giftgasangriff zurück

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Baschar al-Assad

Damaskus - Regierungstruppen haben Assad wohl schon vor Monaten zum Chemiewaffen-Einsatz gedrängt. Dieser habe das "stets abgelehnt" - und wohl auch den Einsatz vom 21. August nicht persönlich genehmigt.

Der syrische Präsident Baschar al-Assad hat in einem Fernsehinterview den Vorwurf zurückgewiesen, am 21. August einen Angriff mit Chemiewaffen nahe Damaskus veranlasst zu haben. Assad habe in einem Interview dementiert, etwas mit dem Vorfall mit hunderten Toten zu tun zu haben, teilte der Journalist Charlie Rose vom US-Fernsehsender CBS am Sonntag mit. Das Interview soll am Montagmorgen ausgestrahlt werden..

Zuvor hatte die Bild am Sonntag unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise berichtet, dass Kommandeure der syrischen Regierungstruppen den Machthaber offenbar schon vor Monaten zum Einsatz von Chemiewaffen gedrängt haben, dieser derlei Angriffe aber "stets abgelehnt" habe. Die USA planten unterdessen einem Bericht zufolge einen intensiveren und längeren Syrien-Einsatz als bislang bekannt.

Die BamS berief sich auf Funkgespräche, die von dem vor der Küste Syriens kreuzenden deutschen Spionageschiff "Oker" abgefangen worden seien. Demnach forderten syrische Divisions- und Brigadekommandeure seit rund vier Monaten immer wieder vergeblich beim Präsidentenpalast den Einsatz von Chemiewaffen an. Assad wird der Einsatz von Giftgas gegen die eigene Bevölkerung am 21. August mit mehr als 1400 Toten angelastet. Deswegen diskutiert der Westen derzeit eine Militärintervention.

Der Bundesnachrichtendienst (BND) geht laut BamS davon aus, dass sich Assad auch unabhängig von einem Militärschlag noch lange halten kann. Das könne "noch Jahre dauern", sagte BND-Präsident Gerhard Schindler jüngst vor dem Verteidigungsausschuss des Bundestages mit Bezug auf den Bürgerkrieg, berichtete die Zeitung. Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Volker Wieker, berichtete den Ausschuss-Mitgliedern demnach zudem von einer dramatischen Machtverschiebung innerhalb der Rebellen, die zunehmend vom Terrornetzwerk Al-Kaida beeinflusst würden.

Die Los Angeles Times berichtete am Sonntag unter Berufung auf zwei US-Regierungsvertreter, dass das Weiße Haus das Pentagon um eine erweiterte Liste mit Zielen für den Syrien-Einsatz gebeten habe. Es sollten "viele weitere" zu den bisher vorgesehenen 50 Zielen aufgenommen werden, hieß es. Ziel sei es, zusätzliche Feuerkraft zu mobilisieren, um den verstreuten Truppen Assads Schaden zuzufügen.

Geplant ist demnach, Luftwaffen-Bomber, fünf im Mittelmeer stationierte Zerstörer sowie außerhalb der syrischen Flugabwehr abgefeuerte Marschflugkörper und Luft-Boden-Raketen einzusetzen. Zudem könne auch der Schiffsverband um den Flugzeugträger "Nimitz" im Roten Meer Marschflugkörper abfeuern. Nach jedem Einsatz werde es eine Auswertung geben, welche Ziele verfehlt worden seien, sowie gegebenenfalls weitere Angriffe und "das alles binnen 72 Stunden", sagte ein US-Vertreter.

Die US-Regierung wirbt massiv für einen Militäreinsatz gegen Syriens Führung. Er fühle sich dabei von der Forderung seiner EU-Kollegen nach einer "starken Antwort" auf den Chemiewaffeneinsatz "ermutigt", sagte Außenminister John Kerry am Samstag in Paris. Dort wollte er am Sonntag auch Vertreter der Arabischen Liga treffen.

Risiken und Probleme eines militäreinsatzes in Syrien

Risiken und Probleme eines Militäreinsatzes in Syrien

Die EU-Außenminister hatten sich am Samstag bei einem Treffen in Vilnius nicht für einen Militärschlag ausgesprochen, aber eine "klare und starke Antwort" auf den Giftgaseinsatz gefordert. Deutschland kündigte darauf an, die Erklärung des G-20-Gipfels zu Syrien nachträglich zu unterzeichnen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekräftigte in der BamS aber ihre Ablehnung eines Militärschlags. Kerry zufolge liegt die Zahl der Unterstützer aber trotzdem im "zweistelligen Bereich". Es gebe mehr Interessenten für eine Beteiligung am Militäreinsatz, als nach jetziger Planung gebraucht würden.

Obama zeigt Schock-Video

US-Präsident Barack Obama will am Montag in mehreren Interviews mit großen TV-Sendern für einen Syrien-Einsatz werben. Am Dienstag ist eine Rede an die Nation geplant. Dem TV-Sender CNN zufolge zeigte die US-Regierung Mitgliedern des Geheimdienstausschusses des Senats zudem Videos von Giftgasopfern. Darin sind Kinderleichen, Helfer bei Wiederbelebungsversuchen und andere drastische Szenen zu sehen. Der Sender stellte bei der Verbreitung der Bilder allerdings klar, dass deren Authentizität nicht eindeutig zu klären sei.

AFP

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