Ferkelproduktion soll gesteigert werden

Kommentar zu Sexualhormonen im Schweinestall: Tiere sind keine Industrieroboter

Sexualhormone werden systematisch an Zuchtsauen verabreicht, um die Würfe zu vergrößern - das zumindest ist das Ergebnis einer BUND-Studie. Warum das eine Folge des Preisdrucks ist, kommentiert HNA-Redakteur Peter Klebe.

Hormone im Schweinestall sollten eigentlich nur auf ärztliche Verordnung eingesetzt werden, wenn die Tiere krank sind. Nun werden die Mittel auch verabreicht, um den Geburtszyklus der Ferkel zu vereinheitlichen und somit Betriebsabläufe zu verbessern. Das ist ein weiterer Schritt auf dem Weg, Tiere nur als möglichst gewinnbringende Fabrikanten für billige Wurst einzustufen. Wieder einmal wird übersehen, dass sie leidensfähige, fühlende Wesen sind und keine Industrieroboter.

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Die Hormonabgabe ist nicht mit den Qualen der Massentierhaltung oder Lebensmittelskandalen gleichzusetzen. Sie ist vergleichsweise harmlos, aber dennoch nicht zu unterschätzen. Übersehen werden sollte nicht, dass Hormonreste in die Umwelt gelangen und Böden und Gewässer belasten können. Hormonrückstände in der Nahrungskette lassen sich auch nicht völlig ausschließen. Das Argument, dass die betroffenen Mittel von den Behörden als unbedenklich eingestuft wurden, zieht nur bedingt. Denn zum Zeitpunkt der Erlaubnis entsprach die Bewertung des Umweltrisikos nicht den heutigen Kriterien.

Konventionelle Landwirte spüren den gnadenlosen Preisdruck im Wurst- und Fleischhandel besonders, die Konkurrenz durch industrielle Haltung ist riesig. Aber hier liegt auch die Chance, artgerecht zu produzieren und zu vermarkten. Das ist auch im Interesse der Kunden und ihrer Gesundheit. kle@hna.de

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