Niedersachsen will Raubtier nach 31 Nutztier-Rissen verfolgen

Auffällige Wölfin: Umzug in den Wildtier-Park?

Wolf, hier in einem Brandenburger Gehege. Foto: dpa

Hannover. Nach aufgeregter Debatte im niedersächsischen Landtag legt das Wolfsbüro des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) jetzt Zahlen vor.

Im Visier: Wolfsrisse in den Landkreisen Diepholz und Vechta - dort meldet die NLWKN-Statistik 68 tote Nutztiere, die seit November 2014 Wölfen zum Opfer gefallen sind. Fragen und Antworten:

31 der 68 Wolfsrisse gehen aufs Konto der so genannten Goldenstedter Wölfin. Ist sie jenes Tier, das im Februar abends am Goldenstedter Waldkindergarten stand? 

Nein, sagt NLWKN-Sprecherin Herma Heyken. Der Kindergarten-Wolf ist weitergewandert und im April auf der A7 überfahren worden.

Wieviele Wölfe sind in den Landkreisen Diepholz und Vechta unterwegs? 

Besagte Wölfin - kürzlich seien aber zwei Tiere beobachtet worden. Unklar ist, ob das zwei neue Wölfe sind.

Was weiß man noch über Wolfsrisse in den Herden? 

!Über 90 Prozent der Vorfälle in den Kreisen Vechta und Diepholz betrafen ungeschützte Weiden, so dass NLWKN zu anhaltenden Klagen von Nutztierhaltern. Auf Weiden mit Zaun und Herdenschutzhund oder Esel habe sich der Wolf bislang nicht getraut. Den Doppelschutz - spezielle Zäune und extra ausgebildete Hunde, die Wölfe abschrecken - empfiehlt und bezuschusst das Land. Auch nächtliches Einpferchen in Ställe könne helfen. Für vorbeugenden Herdenschutz und Riss-Entschädigung plant das Land dieses Jahr 500 000 Euro ein. In ganz Niedersachsen weiß man von 70 Wölfen.

Die Wölfin soll Elektrozäune von 1,40 und sogar 1,60 Metern Höhe übersprungen haben. Stimmt das? 

Ja, heißt es beim NLWKN, zweimal. Aber eben Zäune, hinter denen nicht noch ein Herdenschutzhund wachte.

Und wie soll es nun weitergehen? 

!Die Goldenstedter Wölfin soll einen Sender verpasst bekommen, der sie verfolgbar macht. Dafür müsste man sie aber erstmal fangen. Als letzter Schritt ist die Entnahme des Tieres denkbar. Was nicht automatisch Abschuss heißt - Wölfe stehen unter strengstem Artenschutz und dürfen nicht gejagt werden. Die Entnahme darf nur angeordnet werden, wenn das Tier die Sicherheit von Menschen von Haustieren oder den Erhalt der Wolfspopulation bedroht und sonst nichts mehr hilft. Die Goldenstedter Wölfin könnte also auch „nur“ eingefangen und zum Wildtierpark Lüneburger Heide verfrachtet werden - dort ist ein Platz frei.

Infos hier: http://zu.hna.de/wolfsbüro

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