Fragen und  Antworten zur Reserve der Bundesbank

Goldschatz der Deutschen liegt in ausländischen Tresoren

Harte Währung: Die Bundesbank verwaltet 3400 Tonnen Gold, das Ende 2011 rund 133 Milliarden Euro wert war. Seitdem ist der Kurs noch gestiegen. Foto:  AP

Frankfurt. Der Bundesrechnungshof hat von der Bundesbank eine genaue Bestandsaufnahme der Goldreserven im Ausland sowie regelmäßige Kontrollen gefordert. Die obersten Banker Deutschlands reagierten verschnupft, wollen dem Ansinnen aber nachkommen. Fragen und Antworten zum Thema.

Nach öffentlicher Kritik des Bundesrechnungshofes will die Deutsche Bundesbank (Frankfurt) ihre im Ausland gelagerten Goldvorräte stichprobenartig prüfen. Der Streit über die Inventur-Gewohnheiten der obersten Banker Deutschlands hat die Aufmerksamkeit auf einen der größten Edelmetallschätze der Welt gelenkt. Fragen und Antworten zum Gold der Deutschen.

Wofür braucht die Deutsche Bundesbank eine Goldreserve?

Die Goldreserve ist Teil der Währungsreserve der Bundesrepublik Deutschland - eine Art Sparbuch des Staates. Es gehört zu den Aufgaben der Bundesbank als Zentralbank des Staates, diese Reserve zu verwalten. Dazu zählen auch Wertpapiere und Guthaben in ausländischer Währung bei Banken. Laut Bundesbank verfügte sie Ende Dezember 2011 über rund 3400 Tonnen Gold im Wert von 133 Milliarden Euro. Damit hält sie nach den USA die zweitgrößte Goldreserve der Welt.

Warum liegen große Teile der deutschen Goldreserve im Ausland?

Das hat historische Gründe. Das Gold ging vor allem in den 1950er und 1960er-Jahren als Bezahlung für hohe deutsche Außenhandelsüberschüsse in den Besitz der Bundesbank über. Sie argumentiert, die Lagerung dort sei sinnvoll, weil kostengünstiger als ein Transport nach Deutschland und der Bau neuer Tresore. Außerdem müsse das Gold im Krisenfall ohne logistische Probleme in gängige Währungen umgetauscht werden können. Nur so könne das Gold seine Funktion als Währungsreserve erfüllen.

Wo liegen die deutschen Goldbarren genau?

Bei der Federal Reserve Bank of New York, der Bank of England in London und der Banque de France in Paris. „An der Integrität, Reputation und Sicherheit dieser ausländischen Lagerstellen gibt es keinen Zweifel“, stellt die Bundesbank dazu klar.

Woher weiß die Bundesbank, dass die Goldbarren wirklich noch in den weit entfernten Tresoren lagern?

Das ist der Knackpunkt, an dem sich die Kritik des Bundesrechnungshofes entzündet hat. Für die Bestandsaufnahme geht kein Banker in den Tresor, um Goldbarren zu zählen. Vielmehr nimmt die Bundesbank eine so genannte Buchinventur vor.

 Wie macht sie das?

!Nach Angaben einer Sprecherin gibt es für jede Lagerstelle eine Barrenliste, in der die jeweiligen Barrennummern aufgeführt sind. Die Orginal-Listen sind im Besitz der Bundesbank und werden bei Veränderungen aktualisiert. Zusätzlich erhält die Bank jährlich schriftliche Mitteilungen der Verwahrstellen zum Bestand.

Der Goldbestand wird nur auf dem Papier geprüft?

Nein, die Bundesbank lässt durchblicken, dass auch bisher Teile des Goldbestands eingeschmolzen und der Edelmetallgehalt geprüft wurde. Zu Prüfungen, die über die Buchinventur hinausgehen, sei aber mit den Partner-Notenbanken Stillschweigen vereinbart worden.

Von Tatjana Coerschulte

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.