Gouverneur: Bundeswehr informierte nicht über Abzug

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Ein Bundeswehrsoldat in der afghanischen Provinzhauptstadt Talokan (Archivbild).

Kundus - Die Regierung der nordafghanischen Provinz Tachar ist nach eigenen Angaben von der Bundeswehr nicht über den vorzeitigen Abzug der Soldaten aus Talokan informiert worden.

“Sie gingen alle, ohne uns Bescheid zu sagen“, sagte Provinzgouverneur Abdul Dschabar Takwa am Freitag der Nachrichtenagentur dpa in Kundus. Zwar habe es eine Zeremonie zur Übergabe des Camps an die Afghanen gegeben, die tatsächliche Übergabe sei aber noch nicht erfolgt.

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“Das Lager gehört immer noch der Bundeswehr“, sagte Takwa. “Wir haben die Basis nicht betreten. Afghanische Sicherheitskräfte sind außerhalb der Basis zum Schutz des Camps stationiert. Wir wissen nicht, was wir tun sollen.“ Die Bundeswehr habe ihm vor dem Abzug gesagt gehabt, dass sie erst in rund zwei Wochen Talokan verlassen wolle.

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Der Gouverneur zeigte sich “sehr besorgt“ über den aus seiner Sicht verfrühten Abzug. “Sicherheitskräfte in Tacher hätten mehr Ausbildung, mehr Ressourcen und mehr Ausrüstung benötigt. Die lokalen Kräfte sich nicht gut ausgerüstet. Sie sind noch nicht bereit dazu, die gesamte Sicherheitsverantwortung zu übernehmen.“

Wegen der gewaltsamen Proteste gegen die Koranverbrennung durch US-Soldaten in Afghanistan hatte sich die Bundeswehr vorzeitig komplett aus ihrem Stützpunkt Talokan zurückgezogen. Allerdings sollte das Lager im März ohnehin geräumt werden.

dpa

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