Grenzwerte für Werra sollen nicht sinken

Kassel. Zum 1. Dezember geht der Hahn für die Versenkung von Kali-Abwässern in tiefe Erdschichten zu. Das Regierungspräsidium in Kassel hat die Erlaubnis für diesen Entsorgungsweg des K+S-Konzerns nicht verlängert.

An den Standorten Hattorf (Hessen) und Unterbreizbach (Thüringen) will K+S die Produktion ab 1. Dezember deshalb vorübergehend aussetzen. Wobei das Unternehmen 2012 im Erläuterungsbericht zur auslaufenden Versenkerlaubnis schreibt: "Seit 2014 produziert der Standort Unterbreizbach salzabwasserfrei." Anfallende Lösungen werden seither per Pipeline in hessische Standorte geschafft.

Beim zweiten Weg, flüssige Abfälle im osthessischen Werrarevier loszuwerden, kann der Kalikonzern hingegen mit Entspannung rechnen: Chlorid-Grenzwerte, die für die Einleitung in die Werra seit dem Zweiten Weltkrieg gelten, sollten zum 1. Dezember erstmals und dann in Stufen bis Ende 2020 weiter sinken - von 2500 auf dann 1700 mg/l. Auch Einleitmengen würden so beschnitten. So steht es in der RP-Erlaubnis von 2012.

Die Grenzwert-Treppe abwärts räumte Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) politisch schon 2014 im 4-Phasen-Plan mit K+S ab. Jetzt wird die Korrektur auf Papier erwartet. Das RP will sich offenbar am Montag dazu äußern. Ein Ausweg aus dem Versenkstopp ist das laut K+S aber nicht. Hier kündigte der RP eine Übergangslösung an. Kali-Abwässer wie zu Zeiten der Versenkung in Thüringen notfalls ins stillgelegte Bergwerk Springen zu bringen, scheide wegen der Zusammensetzung der Laugen jetzt aus, so K+S auf Anfrage.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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