Griechen brüskieren Eurogruppe: Alles zurück auf Los?

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Das Europa-Kalkül der griechischen Koalition von Rechtsradikalen und Linkspopulisten liegt mittlerweile offen zutage. Ein Kommentar von HNA-Nachrichtenchef Tibor Pézsa.

Das Spiel „Geld gegen Reformzusagen" soll belebt werden, indem der Einsatz maximal erhöht wird: Alles zurück auf Los!

Die Winkelzüge haben wenig Eindruck gemacht, weder an den Finanzmärkten noch in Europa. Der Aufstand der angeblich von Geldnazi-Deutschland geknechteten Südländer blieb aus. Im Gegenteil: In Euroland überwiegt Nachdenklichkeit angesichts der Tatsache, dass einer für den anderen haftet, vor allem aber alle für Griechenland.

Klar ist: Alles, was den Griechen gewährt wird, wird sofort auch von Italien, Spanien, Portugal, Zypern und Co. gefordert werden. Die Grundspannung der Eurozone wird zur Zerreißprobe: Die Geldgeber werden ihre Zahlungen stets zu hoch finden und die im Gegenzug eingeräumten Kontrollen zu gering. Die Geldnehmer werden die Zahlungen stets zu gering finden und die Kontrollen zu hoch.

Unter diesem Zwangsregiment der Gemeinschaftswährung hat sich der europäische Gedanke, das hehre Ideal einer europäischen Innenpolitik, in ein von bösen Tönen durchsetztes nationales Kräftemessen auf dem alten Kontinent verwandelt. Wenn es gegen Deutschland gehen soll, werden im heutigen Europa sogar Wahlen gewonnen. Das ist ein Menetekel, angesichts dessen das griechische Problem fast vernachlässigenswert erscheint.

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