Kommentar zu Griechen-Forderungen: Lieber gemeinsam nach vorn schauen

Berlins lakonisches Nein zu den Forderungen aus Athen ist auf seine Art so schrill wie Tsipras' Reden. Beide Seiten sollten sich besinnen, meint Berlin-Korrespondent Werner Kolhoff.

Forderungen nach Reparationen erscheinen 70 Jahre nach Kriegsende absurd. Aber Vorsicht. Zeit allein ist kein Gegenargument im Fall Griechenland. Auch die Zwangsarbeiter werden erst sei dem Jahr 2000 entschädigt.

Mag Deutschland auch rechtlich die Argumente auf seiner Seite haben, eine moralische Pflicht bleibt. Erstens haben die Deutschen in Hellas schwer gewütet, zweitens ist Griechenland bei den bisherigen Entschädigungen sehr knapp weggekommen. Und drittens gibt es eine Besonderheit: Den damaligen Zwangskredit von fast 500 Millionen Reichsmark. Berlin könnte diese Schulden als normalen Kredit behandeln.

Allerdings sollte dieses Geld nicht im griechischen Schuldenloch versickern. Ein gemeinsam verwalteter deutsch-griechischer Zukunftsfonds wäre die richtige Alternative. Milliarden vielleicht konzentriert auf jene Regionen, in denen die Deutschen ihre schlimmsten Massaker veranstalteten. Das wäre auch 70 Jahre danach ein nach vorne gerichtetes Zeichen tätiger Wiedergutmachung.

Kontakt zum Autor:

nachrichten@hna.de

Rubriklistenbild: © k r o h n f o t o . d e

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.