Ministerpräsident bekennt sich zum Verbot der Folter

Bouffier: Das größte „Schwein“ hat Rechte

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Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hält es für fraglich, ob dem Kindsmörder Magnus Gäfgen (Foto) eine Entschädigung zusteht.

Frankfurt. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hält es für fraglich, ob dem Kindsmörder Magnus Gäfgen eine Entschädigung zusteht. Er sei zwar rechtswidrig behandelt worden, aber ihm sei kein körperlicher Schaden entstanden, sagte Bouffier im hr-fernsehen.

Der Jurist verteidigte daher die Entscheidung des Landes, Berufung gegen ein Urteil des Landgerichts Frankfurt einzulegen, das Gäfgen Anfang August eine Entschädigung von 3000 Euro zugesprochen hatte. Polizisten hatten ihm 2002 Folter angedroht, damit er den Aufenthaltsort des Bankierssohnes Jakob von Metzler verrät, den Gäfgen entführt und ermordet hatte. „Als Mensch finde ich das Verhalten von Herrn Gäfgen indiskutabel“, sagte Bouffier zum Versuch des verurteilten Mörders, vor Gericht eine Entschädigung für sich zu erstreiten.

Bouffier verteidigte aber auch das Verbot, Folter anzudrohen. „Eine unserer Grundlagen ist, dass auch das größte Schwein Rechte hat, die unveräußerlich sind, in seiner menschlichen Würde. Auch der Mörder hat eine Würde. Sonst verlassen wir die Grundlagen unserer Menschenrechte; das wollen wir nicht.“ (lhe)

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