Naturschutzprojekt Grünes Band: Wissenschaftler untersuchen Fischbestand

Groppen lieben es glasklar

Duderstadt. Langsam schreitet der Gewässerbiologe Thomas Schmidt das schmale Flüsschen Eller beim Duderstädter Ortsteil Brochthausen (Kreis Göttingen) hinauf. In seinen Händen hält er einen elektrischen Kescher, mit dem er eine Groppe nach der anderen fängt. Das ist ein Süßwasserfisch, der zum Überleben kühle Gewässer bester Qualität benötigt. In dem sauberen Nebenfluss der Rhume ist der Fisch keine Seltenheit, weil das Gewässer der Art die Lebensbedingungen bietet, die sie benötigt.

Der Uradel ist dabei

Der Kasseler Schmidt untersucht zusammen mit seinen Mitarbeitern an zehn verschiedenen Stellen die Fischvorkommen in Rhume, Eller und ihren Nebenflüssen diesseits und jenseits der Grenze zwischen Niedersachsen und Thüringen. „Es ist die letzte große Maßnahme für unsere Bestandserhebung der Tier- und Pflanzenwelt für das Naturschutzgroßprojekt Grünes Band Eichsfeld Werratal. Von Ende November an werden die Daten in Arbeitskreisen ausgewertet“, sagt Holger Keil, Projektleiter der renommierten Heinz-Sielmann-Stiftung in Duderstadt.

Die Naturschützer schätzen, dass in dem rund 300 Quadratkilometer großen Gebiet entlang der früheren innerdeutschen Grenze zwischen Harz und Hainich rund 340 bedrohte und gefährdete Tier- und Pflanzenarten vorkommen, die in den nächsten Jahren für die Zukunft gesichert werden sollen. Wichtig ist den Initiatoren, dass die Bevölkerung und die Naturnutzer ihr Anliegen akzeptieren und unterstützen.

So ist bei der Bestandserhebung in der Eller auch ein Vertreter der Familie von Minnigerode als Inhaber der Fischereirechte dabei. Der Eichsfelder Uradel übt die Rechte in dem untersuchten Gebiet der Eller bereits seit 1914 aus.

Groß ist die Freude, als endlich die ersehnte Bachforelle im Kescher zappelt. „35 Zentimeter!“, ruft Thomas Schmidt der Protokollantin zu, die eifrig die Größe notiert. Schmidt hat die Dosis seines elektrischen Keschers, der eigentlich verboten ist und dessen Gebrauch er sich extra genehmigen lassen musste, so eingestellt, dass den Tieren absolut nichts passiert. „Wenn Sie Fischwilderei begehen wollen, können Sie mit solch einem Gerät einen Flusslaufabschnitt ganz schnell leer fischen.“ Doch darum geht es diesem Fischer nicht: Die Gewässerbiologen wollen wissen, welche Arten es gibt, ob sie Unterstützung zum Überleben benötigen und ob das Wasser ungehindert fließen kann. Weitere Infos unter www.naturschutzgrossprojekt-eichsfeld-werratal.de

Von Hans-Peter Niesen

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