„Mehr Platz, mehr Licht, weniger Kosten“: Fraktion legt detailliertes Konzept für umfassende Sanierung vor

Grüne: Landtag sanieren statt Neubau

Gabriele Heinen-Kljajic

Hannover. Eine Glaswand hinter der Regierungsbank, Lichtluken im Dach, bequemere Sitze für Abgeordnete, Zuschauer und Medien: Mit diesen Vorschlägen wollen die Grünen den maroden Landtag in Niedersachsen aufpeppen und so einen teureren Neubau verhindern.

„Mehr Platz, mehr Licht, weniger Kosten“, fasste Vizefraktionschefin Gabriele Heinen-Kljajic ihr Konzept zusammen. „Wir schaffen bessere Arbeitsbedingungen und verhelfen dem Denkmalschutz wieder zu seinem Recht.“ Dazu freilich müssten die anderen Fraktionen, allen voran die Mehrheit von CDU und FDP, zustimmen. Die reagierten verhalten bis ablehnend. Andererseits gibt es quer durch die politischen Lager große Skepsis gegenüber einem teuren Neubau sowie Vorbehalte bei Denkmalschützern und Bürgern.

Über zwei Modelle diskutiert das Hohe Haus seit Jahren leidenschaftlich: die Sanierung, bei der das denkmalgeschützte, aber bröckelnde Gebäude aus den 60-er Jahren erhalten bliebe. Oder dessen Abriss und anschließenden Komplett-Neubau. Nach einem Wettbewerb liegt hierzu der Siegerentwurf eines Glastempels des Kölner Stararchitekten Eun Young Yi vor.

Die in der Ausschreibung festgelegte Höchstgrenze von 45 Millionen Euro will dieser nach eigenen Angaben einhalten können. Auf 64,5 Millionen Euro kommt dagegen das staatliche Baumanagement.

Yi habe notwendige Elemente wie etwa eine Klimaanlage nicht einbezogen, heißt es. Derzeit werden beide Zahlenwerke bewertet. Inzwischen hat Landtagspräsident Hermann Dinkla (CDU) aber auch ein Gutachten für die Sanierung erstellen lassen. Auf 20,8 Millionen Euro taxieren die Experten die Kosten dafür - inklusive einer energetischen Wärmedämmung und Arbeiten im sich direkt anschließenden Leineschloss, die im Yi-Entwurf noch gar nicht kalkuliert sind.

Auf dieser Grundlage wollen die Grünen nun aufbauen: Die Holzwand und dunklen Besprechungszimmer weichen nach ihren Plänen einer Glasfront; das Abgeordneten-Rund rückt nach vorn, dadurch entsteht mehr Platz für Zuschauer und Medienvertreter. Die Bestuhlung im Plenum und auf den Besucher-Bühnen wird modernisiert, das Dach erhält eine Teilverglasung mit modernem Sonnen-Schutz und Wärme-Isolierung. Auch an einen behindertengerechten Zugang zum Parlament denken die Grünen.

Deren Abgeordneter Enno Hagenah, ein gelernter Architekt, geht von einem Kostenrahmen für alle Maßnahmen von 25 bis höchstens 30 Millionen Euro aus. „Damit liegen wir deutlich unter dem Neubau“, erklärte seine Kollegin Heinen-Kljajic. Das Argument, das Einhalten des Denkmalschutzes würde teurer als der Neubau, sei damit endgültig entkräftet. Foto:  dpa

Von Peter Mlodoch

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