Für die Kategorie Frieden

Grüne schlagen Snowden für Nobelpreis vor

+
Edward Snowden wird von den Grünen für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

Brüssel - Das EU-Parlament hat Vorschläge für den Friedensnobelpreis abgegeben. Die Grünen setzen auf "Whistleblower" Edward Snowden. Die Sozialdemokraten setzen auf Catherine Ashton.  

Aus dem EU-Parlament sind Vorschläge für den Friedensnobelpreis abgegeben worden: Die Grünen erklärten am Freitag in Brüssel, dass sie den Preis für die Aufdeckung der umfassenden Überwachungsprogramme besonders der US-Geheimdienstean an den früheren US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden verliehen sehen wollen. Die Sozialdemokraten im Europaparlament schlagen die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton und die Regierungschefs von Serbien und Kosovo, Ivica Dacic und Hashim Thaci, für die erreichte Annäherung zwischen den beiden Balkanstaaten vor.

"Dass wir Edward Snowden für den Nobelpreis vorschlagen, ist ein Symbol für die Unterstützung der Grünen für Snowden", erklärten die Fraktionschefs der Grünen im Europaparlament, Rebecca Harms und Daniel Cohn-Bendit. "Seinem Mut haben wir es zu verdanken, dass wir heute wissen, mit welcher Unverfrorenheit US-amerikanische und britische Geheimdienste europäische Bürgerinnen und Bürger sowie Institutionen ausgespäht und Bürgerrechte verletzt haben." Dafür habe Snowden Anerkennung verdient.

Snowden hat mit seinen Enthüllungen über die Aktivitäten des US-Geheimdiensts NSA im vergangenen Sommer eine weltweite Debatte über den Schutz der Privatsphäre vor Übergriffen des Staates ausgelöst. Ende Januar hatten bereits zwei norwegische Abgeordnete Snowden vorgeschlagen.

Fünf Fakten rund um Skandal-Enthüller Snowden

Fünf Fakten rund um Skandal-Enthüller Snowden

Die Sozialdemokraten im EU-Parlament setzen sich dafür ein, dass der Preis an die EU-Außenbeauftragte Ashton und die Regierungschefs Serbiens und des Kosovo, Dacic und Thaci, geht. Die Britin hatte nach mühsamer Vermittlung erreicht, dass die beiden verfeindeten Balkanstaaten im vergangenen April ein Abkommen über die Normalisierung ihrer Beziehungen unterzeichneten. Die EU nahm daraufhin Beitrittsgespräche mit Serbien auf.

Die Beziehungen zwischen den beiden Staaten seien zwar "brüchig, aber sie existieren", schreibt der Fraktionschef der Sozialdemokraten, der Österreicher Hannes Swoboda, in einem Brief an das norwegische Nobelkomitee. "Die Bemühungen zur Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden Staaten sind beispiellos und haben die Möglichkeit für andauernden Frieden und Zusammenarbeit in der Region geschaffen." Der Friedensnobelpreis solle daher nicht nur eine Anerkennung für das Erreichte, sondern auch Motivation für weitere Anstrengungen sein.

Vorschläge für den Friedensnobelpreis können noch bis zum 1. Februar eingereicht werden. Vorschlagsberechtigt sind Parlamentarier, Minister, Richter an internationalen Gerichten, Professoren aus bestimmten Fachbereichen sowie frühere Preisträger und ehemalige Mitglieder des Nobelkomitees.

AFP

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.