Geld soll in die Forschung fließen

Grüne wollen Steuer auf Plastiktüten von 22 Cent

Berlin - Die Grünen wollen den Kauf von Plastiktüten unattraktiver machen. Der Vorschlag: Auf die umweltschädliche Tüten sollte künftig eine Steuer von 22 Cent erhoben werden.

Auf umweltschädliche Plastiktüten sollte nach Überlegungen in den Reihen der Grünen künftig eine Steuer von 22 Cent erhoben werden. Die Verwendung erdölbasierter Kunststoffe müsse dringend eingeschränkt werden, sagte die umweltpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Dorothea Steiner, der „Bild“-Zeitung (Samstag). „Mit einer Abgabe von 22 Cent pro Plastiktüte könnte die Erforschung biologisch abbaubarer Kunststoffe finanziert werden. Deutschland könnte eine solche Abgabe sehr schnell einführen, wenn der politische Wille dazu da ist. Damit könnten wir einer der Vorreiter in Europa sein.“

Der Handelsverband Deutschland (HDE) lehnte den Vorstoß ab. Eine solche Steuer würde die Verbraucher 1,2 Milliarden Euro im Jahr kosten. Es gebe keinen Bedarf für eine Regelung, teilte der Verband am Samstag mit. „Schon heute sind die Deutschen Weltmeister beim sparsamen Umgang mit Plastiktüten.“ Auch würden die Tragetaschen zumeist aus Recyclingmaterial hergestellt und gingen über die Gelbe Tonne in die Verwertung.

"Es ist allerhöchste Zeit diese Verschwendung zu stoppen"

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Europaparlament, Rebecca Harms, sagte dagegen der „Bild“-Zeitung: „Einweg-Plastiktüten, die zu Tausenden im Meer landen, bedrohen das Meeresleben immer mehr. Es ist allerhöchste Zeit diese Verschwendung und die schlimmen Folgen zu stoppen.“ Sie unterstütze deshalb Umweltabgaben, auch wenn diese nicht von der EU, sondern von den Mitgliedsstaaten eingeführt werden müssten.“

EU-Umweltkommissar Janez Potocnik hatte am Donnerstag ein Diskussionspapier zur Verringerung des Plastikmülls vorgestellt. Darin werden auch „marktbasierte Instrumente“ vorgeschlagen, um den Verbrauch von Plastiktüten zu verringern. Allein 2010 seien EU-weit 95,5 Milliarden Tüten in Verkehr gebracht worden.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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