Adi Sprinkart

Grünen-Abgeordneter nimmt sich das Leben

München - Der Landtagsabgeordnete Adi Sprinkart hat sich das Leben genommen. Er saß fast 16 Jahre lang für die Grünen im Maximilianeum. Die Gründe für seinen Freitod sind völlig unklar.

Der Allgäuer Grünen- Landtagsabgeordnete Adi Sprinkart hat sich wenige Tage vor seinem 60. Geburtstag das Leben genommen. Die Gründe sind völlig unklar. Fraktionschefin Margarete Bause bestätigte einen entsprechenden Medienbericht, wonach der Agrarpolitiker und Landwirt am Freitagmorgen tot auf seinem Bio-Bauernhof in Niedersonthofen gefunden wurde. Er saß seit 1997 für die Grünen im Landtag, am Montag (6. Mai) wäre er 60 Jahre alt geworden. Der geschiedene Vater hinterlässt zwei erwachsene Kinder.

Sprinkart war im Landtag bei vielen Abgeordneten über die Parteigrenzen beliebt. Zu seinen Eigenheiten zählte, dass er niemals Hochdeutsch sprach, sondern grundsätzlich immer Allgäuer Mundart. „Ich bin sehr erschüttert“, sagte Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU). „Letzte Nacht habe ich noch einen Geburtstagsbrief an ihn unterschrieben.“ CSU-Fraktionschefin Christa Stewens sagte: „Ich bedauere den Tod des Kollegen Adi Sprinkart sehr.“ Und SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher nannte Sprinkart einen „herausragenden Parlamentarier“.

"Ein großer menschlicher und politischer Verlust"

Die Spitze der Grünen-Fraktion und der Landesvorstand würdigten Sprinkart als „überaus beliebt, nicht nur in unserer Fraktion und Partei, auch im gesamten Landtag und in der Bevölkerung - was man an seinen herausragenden Wahlergebnissen sehen konnte“. In der gemeinsamen Erklärung heißt es ferner: „Der Tod von Adi Sprinkart ist ein großer menschlicher und politischer Verlust für uns alle.“

Auch in Sprinkarts Heimat-Kreisverband Oberallgäu herrschte Fassungslosigkeit. Kreissprecherin Elfriede Roth wollte sich zu dem Tod des 59-Jährigen zunächst nicht äußern. „Im Moment stehen wir alle noch unter Schock“, sagte sie. Auch vom Polizeipräsidium Schwaben Süd-West in Kempten waren keine näheren Angaben zu erhalten.

Sprinkart war schon 1984 - in der Anfangsphase der Grünen - in die Partei eingetreten. Bereits zwei Jahre später wurde er erstmals als Kandidat für den Landtag aufgestellt, aber erst elf Jahre später gelang der Sprung nach München. Zuvor war er als Kreisrat kommunalpolitisch aktiv. Im Landtag war er zuletzt stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Sprinkarts Platz im Landtag wird für die verbleibenden Monate bis zur Landtagswahl möglicherweise der Augsburger Grünen-Funktionär Reiner Erben einnehmen. Er steht nach Angaben der Landtagsfraktion an erster Stelle der Nachrücker-Liste. Erben ist bislang Fraktionsvorsitzender der Grünen im Augsburger Stadtrat und auch als OB-Kandidat für die Kommunalwahl 2014 im Gespräch.

dpa

Rubriklistenbild: © fkn

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