"Ich habe einen Plan: Überleben"

Guido Westerwelle (†54): Sein Leben in Zitaten

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Guido Westerwelle verstarb im Alter von 54 Jahren an den Folgen seiner Leukämie.

Berlin - Guido Westerwelle hat als FDP-Vorsitzender (2001- 2011) und Außenminister (2009-2013) immer wieder auch mit markanten Sprüchen Politik gemacht. Eine Auswahl.

„Auf jedem Schiff, das dampft und segelt, gibt es einen, der die Sache regelt - und das bin ich.“ (4. Mai 2001: Untermauerung des Führungsanspruchs des damals neuen Parteichefs)

„Wenn Sie auf 18 Prozent aus sind, scheuen Sie sich nicht, in der Öffentlichkeit auch mal eine Flasche Bier zu trinken.“ (4. Mai 2001: Propagierung der FDP auf dem Weg zur Volkspartei)

„Das ist ja keine Generalprobe, sondern das ist mein Leben.“ (25. Juli 2004: Bekenntnis zur Homosexualität)

„Hier steht die Freiheitsstatue dieser Republik.“ (15. Juni 2007: Abgrenzung zu Linksbündnissen)

Westerwelle über Seehofer: "Sagen Horst und Guido zueinander"

„Um 2.12 Uhr waren wir mit der Arbeit fertig. Um 2.15 Uhr sagen wir Horst und Guido zueinander.“ (24. Oktober 2009: Duzfreundschaft mit dem Dauerkonkurrenten, CSU-Chef Horst Seehofer, nach Abschluss der schwarz-gelben Koalitionsverhandlungen)

„Wer anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein.“ (11. Februar 2010: Als Polarisierer in der Hartz-IV-Debatte)

„Es war eine Abstimmung über die Zukunft der Atomkraft. Wir haben verstanden.“ (27. März 2011: Nach FDP-Wahlverlusten in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zu Folgen für die künftige Energiepolitik)

„Europa hat seinen Preis, Europa hat aber auch seinen Wert. Und wer das vergisst, macht einen historischen Fehler.“ (12. November 2011: Auf einem Parteitag in Frankfurt/Main)

„It's okay to marry gay.“ (10. Mai 2012: Der seit September 2010 mit seinem Lebensgefährten Michael Mronz verheiratete Außenminister als Reaktion auf US-Präsident Barack Obama, der sich für die Homoehe stark macht)

„Es ist gegen deutsche Interessen, wenn wir Europa zerreden, nur weil man in bestimmten Kreisen Beifall dafür kriegt. Diese teutonische Keule, diese teutonische Axt wird zum Bumerang.“ (27. August 2012: Zu Forderungen aus der CSU nach einem Euro-Austritt Griechenlands)

„Wer von der Ohnmacht der Diplomatie spricht, hat möglicherweise eine Allmachtsvorstellung, die nicht realistisch sein kann.“ (26. August 2013: Zu Forderungen nach einer militärischen Lösung des Syrienkonflikts)

Guido Westerwelle: Sein Leben in Bildern

Guido Westerwelle, Tod, Krebs
Guido Westerwelle ist tot. Der FDP-Politiker starb am 18. März 2016 im Alter von 54 Jahren an Leukämie. Wir blicken zurück auf sein bewegtes Lebens. © dpa
Guido Westerwelle, Tod, Krebs
In Bad Honnef bei Bonn geboren, tritt Westerwelle bereits 1980 kurz nach dem Abitur bei der FDP ein. Anschließend absolvierte er ein Jurastudium und promovierte. Von 1983 bis 1988 hatte er den Vorsitz der Jungen Liberalen inne. © dpa
Guido Westerwelle, Tod, Krebs
Von 1994 bis 2001 war er unter den Parteivorsitzenden Klaus Kinkel und Wolfgang Gerhardt Generalsekretär der FDP. In dieser Funktion hatte er maßgeblichen Anteil an der Neuformulierung des aktuellen Parteiprogramms. © dpa
Guido Westerwelle, Tod, Krebs
Im Jahr 2000 trat der damalige FDP-Generalsekretär Westerwelle in der TV-Show "Big Brother" auf. © dpa
Guido Westerwelle, Tod, Krebs
Zwischen 2001 und 2011 leitete Westerwelle (2.v.l.), Mister 18-Prozent, die FDP als Bundesvorsitzender. © dpa
Guido Westerwelle, Tod, Krebs
Zur Bundestagswahl 2002 tourte Westerwelle beim "Projekt 18" in seinem "Guidomobil" durch ganz Deutschland. Das Ziel von 18 Prozent bei den Wahlen verpassten die Liberalen aber deutlich. © dpa
Guido Westerwelle, Tod, Krebs
2009 ernannte ihn Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Außenminister. © dpa
Guido Westerwelle, Tod, Krebs
Mit 14,6 Prozent zogen die Liberalen bei der Bundestagswahl ins Parlament ein und sicherten damit eine schwarz-gelbe Mehrheit. © dpa
Guido Westerwelle, Tod, Krebs
Seit dem 17. September 2010 lebte Westerwelle mit dem Manager Michael Mronz in einer eingetragenen Partnerschaft. Im Sommer 2004 wurde seine Homosexualität einer breiten Öffentlichkeit bekannt. © dpa
Guido Westerwelle, Tod, Krebs
Bis 2011 war Westerwelle auch Vizekanzler. © dpa
Guido Westerwelle, Tod, Krebs
Vier Jahre lang repräsentierte Westerwelle als Außenminister Deutschland in der Welt. © dpa
Guido Westerwelle, Tod, Krebs
2013 schaffte die FDP nicht mehr den Sprung ins Parlament, damit endete auch das Mandat von Westerwelle. © dpa
Guido Westerwelle, Tod, Krebs
Am 20. Juni 2014 wurde bekannt, dass er an akuter Leukämie erkrankt ist. Die Krankheit wurde zufällig im Rahmen einer Voruntersuchung zu einer Knie-Operation diagnostiziert. Der Politiker kämpfte fast zwei Jahre gegen die Erkrankung. © dpa
Guido Westerwelle, Tod, Krebs
Im vergangenen November veröffentlichte Westerwelle das Buch vor, das er über seine Erkrankung geschrieben hatte. Titel: "Zwischen zwei Leben: Von Liebe, Tod und Zuversicht." © dpa

„Ich habe zwei Leidenschaften. Die eine ist Kunst. Die andere ist Politik. Aber die ist gerade etwas beschädigt.“ (24. September 2013: Zwei Tage nach dem Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag in New York)

„Ich bin zuversichtlich. Es wird werden.“ (1. Juni 2015: Auf seiner Facebook-Seite zu seinen Heilungsaussichten knapp ein Jahr nach Bekanntwerden seiner Krebserkrankung)

Ich habe einen Plan: zu überleben. Und mir mein altes Leben Schritt für Schritt zurückzuholen.“ (8. November 2015: Bei der Vorstellung seines Buches „Zwischen zwei Leben“)

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