Neue Schutzmauern für deutsche AKW - Gründe geheim

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Im Zwischenlager Gundremmingen, das 2004 gebaut wurde, ist Platz für 192 Castorbehälter.

München - Zehn Meter hoch und weithin sichtbar: Deutsche Zwischenlager bekommen eine neue Schutzmauer. Doch warum besteht plötzlich erhöhter Sicherheitsbedarf? Die Behörden halten sich bedeckt.

Bundesweit sollen die Zwischenlager für hochradioaktiven Atommüll nachgerüstet werden, um sie gegen mögliche Terrorangriffe oder Flugzeugabstürze besser zu sichern. Die Maßnahmen gehen auf die Empfehlung einer Bund-Länder-Kommission aus dem vergangenen Jahr zurück. Das Bundesumweltministerium betonte am Mittwoch: “Mit Beginn der Baumaßnahmen ist in diesem Jahr zu rechnen“.

Planungsdetails unterliegen aus Sicherheitsgründen der Geheimhaltung. An den bayerischen AKW-Standorten Gundremmingen und Isar II bei Landshut ist aber bereits der Bau zehn Meter hoher Mauern in Vorbereitung.

Betroffen sind laut Ministerium alle Zwischenlager, also die standortnahen Zwischenlager an den Kernkraftwerken und die zentralen Zwischenlager in Gorleben (Niedersachsen), Ahaus (Westfalen) und Lubmin (Vorpommern). “Die Kosten dafür tragen die jeweiligen Betreiber“, betonte das Ressort von Norbert Röttgen (CDU).

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Die Sicherungsmaßnahmen würden regelmäßig überprüft. Dabei würden sich Umweltministerium, das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), die atomrechtlichen Landesbehörden, die Betreiber sowie die Innenbehörden von Bund und Ländern eng abstimmen, hieß es. Als Ergebnis der Überprüfungen hätten sich die Betreiber und die Landesbehörden auf die Nachrüstung der Zwischenlager verständigt.

Auch die Energiekonzerne RWE und Eon bestätigten, dass die Zwischenlager “zeitnah“ zusätzliche Sicherungsmaßnahmen bekommen sollen. Das Bundesamt für Strahlenschutz hatte auf Veranlassung des Bundesumweltministeriums bereits mit Schreiben vom 15. April 2011 die Betreiber aller Zwischenlager darum gebeten, die notwendigen Maßnahmen einzuleiten.

dpa

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