Kommentar

Härte allein reicht nicht

Wolfgang Blieffert über Merkel in der Finanzkrise: Kein Kanzler kann auf Dauer gegen die öffentliche und die veröffentlichte Meinung regieren. Denn diese schlägt sich in Wahlergebnissen nieder, wenn die Wähler Fragen von zentralem Interesse berührt sehen.

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Merkel fordert Einschnitte

Der Streit um den Afghanistan-Einsatz und seine Opfer mag dies nicht sein, weil nur wenige Wähler persönlich betroffen sind.

Die gegenwärtige Finanzkrise ist ein ganz anderer Fall. Und deshalb hat - die NRW-Wahl lässt grüßen - Angela Merkel in den vergangenen Wochen die eiserne Kanzlerin gegeben, hat sich zugeknöpft gezeigt angesichts griechischer Hilfsersuchen.

Merkel weiß um die Seelenlage der Menschen in einem Land, in dem Erzählungen von Hyperinflation, kalter Enteignung breiter Schichten und Massenarbeitslosigkeit über Generationen weitergegeben wurden. Und in dem die Sicherung der D-Mark, Identität stiftendes Symbol des Wiederaufbaus, zur Staatsräson geworden war. Nur mit der Zusicherung, der Euro werde so hart sein wie es die Mark war, ließ sich die Zustimmung zur europäischen Währung durchsetzen. Auch kennt Merkel die Macht der Massenmedien, die die tief sitzenden Ängste der Menschen artikulieren und zuspitzen können.

Deshalb war der harte Kurs der Kanzlerin verständlich. Fraglich ist allerdings, ob diese komplexe Krise mit einfachen Parolen bewältigt werden kann.

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