Starke Preisunterschiede auf dem hessischen Immobilienmarkt

Häuser sind in Nordhessen am billigsten

Wiesbaden. Wohl dem, der ein Haus in Frankfurt sein eigen nennt. Es ist nämlich etwa fünf Mal so viel wert wie ein Haus im Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Zahlte man 2013 auf dem Land in Nordosthessen für ein 40 Jahre altes 150-Quadratmeter-Haus mit 700 Quadratmetern Grundstück durchschnittlich nur 112.000 Euro, musste man in der Mainmetropole 535.000 Euro auf den Tisch blättern – im Schnitt wohlgemerkt.

Diese Zahlen gehen aus dem Bericht des Landesamts für Bodenmanagement für den hessischen Immobilienmarkt hervor. Der Bericht soll für Transparenz auf dem Immobilienmarkt sorgen, da die Nachfrage vor allem im Rhein-Main-Gebiet von den niedrigen Zinsen derzeit beflügelt werde, heißt es in dem Bericht. 2013 war die Zahl der Kaufverträge allerdings um 18,2 Prozent auf 58.830 Verträge gesunken. Die Daten wurden von 45 Gutachterausschüssen zusammengetragen, die zuvor die Kaufverträge in Hessen ausgewertet haben. Sie dokumentieren ein starkes Süd-Nord-Gefälle, das dem der Wirtschaftskraft und der Bevölkerungsdichte entspricht. Allerdings, so das Landesamt, berücksichtigten die Daten keine individuellen Besonderheiten.

Schon 2012 hatte der Verband der Wohnungswirtschaft (VdW Südwest) beklagt, dass die Landflucht, also die Abwanderung besonders jüngerer Menschen, die Immobilienpreise in der Region drücke. Während der Verband seinerzeit von einem deutlichen Preisverfall sprach, kommt der Immobilienmarktbericht 2014 zu dem Schluss, dass die Preise gegenüber dem Vorjahr stabil geblieben seien.

Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg liegt bei freistehenden Einfamilienhäusern am unteren Ende der Skala in Hessen, nur in der Kreisstadt Bad Hersfeld werden mit 147.000 Euro höhere Beträge erzielt. Dier Stadt Kassel liegt mit durchschnittlich 206.000 Euro im Mittelfeld.

Nähere Informationen zu regionalen Marktberichten und Bodenrichtwerten: - www.gutachterausschuss.hessen.de

- www.boris.hessen.de

Wer ein Grundstück erwerben will, muss ebenfalls je tiefer in die Tasche greifen, je südlicher er kommt: Liegt der Bodenwert für eine gute Lage in Rotenburg an der Fulda beispielsweise bei 90 Euro pro Quadratmeter, sind es in Gießen schon 260 und in Heppenheim an der Bergstraße 450 Euro. In der Stadt Fulda bewegen sich die Preise zwischen 40 und 430 Euro.

Deutlich wird das Gefälle zudem beim Wohnungseigentum, das in Nordhessen laut Bericht nur eine untergeordnete Rolle spielt. Im Werra- Meißner-Kreis etwa wurden 2013 nur 84 Kaufverträge mit einem Wert von insgesamt vier Millionen Euro gezählt, in der Stadt Kassel waren es 788 Verträge im Wert von 84 Millionen Euro, in der Landeshauptstadt Wiesbaden wechselten dagegen 1534 Wohnungen im Wert von 309 Millionen Euro die Besitzer.

Von Petra Wettlaufer-Pohl

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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