Es gebe nichts schönzureden

CDU-Vize zur Hamburg-Wahl: Ergebnis sei „absolut bitter“ - sie geht hart mit ihrer Partei ins Gericht

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Zu den Ergebnissen der Bürgerschaftswahl in Hamburg äußerten sich bereits am Sonntagabend  einige Generalsekretäre der Bundes-Parteien.

Auf die vorläufigen Ergebnisse der Hamburger Wahl reagieren nun auch Bundespolitiker. CDU-Vize Silvia Breher geht hart mit ihrer Partei ins Gericht.

  • In Hamburg fand am Sonntag die Bürgerschaftswahl statt.
  • Die vorläufigen Ergebnisse sind erfreulich für die SPD - aber verheerend für die CDU.
  • Auch die Politiker der Bundes-Parteien wollen sich im Laufe des Tages zur Hamburg-Wahl äußern. 

Update um 10.34 Uhr: Für SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil ist die FDP keine Partei der Mitte mehr. Das sei spätestens seit der Wahl des FDP-Kandidaten Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten Thüringens mit Stimmen auch von CDU und AfD klar. „Da hat man einen Tabubruch begangen“, sagte Klingbeil am Montag gegenüber Bild. Mit Blick auf das Ergebnis der Bürgerschaftswahl in Hamburg sagte der SPD-Politiker: „Die Mitte ist in Hamburg eher Rot-Grün als FDP.

Erstmeldung vom 24. Februar 2020:

Hamburg/Berlin - Die Ergebnisse der Bürgerschaftswahl in Hamburg sind auch für die Bundes-Parteien von größter Bedeutung. Deshalb sind im Laufe des heutigen Tages zahlreiche Pressekonferenzen angesetzt, bei denen sich Bundespolitiker zu den bislang bekannten Ergebnissen der Stimmauszählung äußern wollen. 

Hamburg-Wahl: SPD-Generalsekretär Klingbeil will „von Hamburg lernen“

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil äußerte sich bereits am Montagmorgen gegenüber Bild zum Abschneiden der Genossen in Hamburg. Das Ergebnis nach der vereinfachten Auszählung am Sonntag war für die Partei durchaus erfreulich: Sie kam auf immerhin 39 Prozent. Damit muss die SPD zwar im Vergleich zur letzten Bürgerschaftswahl Verluste hinnehmen, sie bleibt dort aber voraussichtlich die stärkste Partei. Im Vergleich zu den jüngsten Wahl- und Umfrageergebnissen anderer SPD-Verbände ist das Ergebnis in Hamburg ein großer Erfolg. 

„Natürlich kann man von Hamburg lernen“, sagte Klingbeil und erklärte auch direkt, inwiefern sich aus dem Wahlkampf der Hamburger SPD Lehren ziehen lassen. In der Hansestadt habe es klare Themen gegeben, Zukunftsthemen und einen Kurs der wirtschaftlichen Vernunft. Außerdem hätten es seine Hamburger Parteikollegen geschafft, weg von der Selbstbeschäftigung zu kommen und stattdessen Inhalte zur Sprache zu bringen. Zu dem guten Wahl-Ergebnis gratulierte Klingbeil seinen Parteikollegen auch bei Twitter.

Hamburg-Wahl: Die CDU kam bisher nur auf 11,2 Prozent - Vizechefin Breher: „Absolut bitter“

Ganz anders sieht die Lage jedoch bei der CDU aus. Den vorläufigen Zahlen zufolge hatte die CDU am Sonntag in Hamburg nur 11,2 Prozent der Stimmen geholt - und verzeichnete damit ihr bislang schlechtestes Ergebnis in der Hansestadt. Die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Silvia Breher hat nach diesem schlechten Abschneiden der CDU-Bundesspitze eine Mitschuld am Ergebnis eingeräumt. Ein Anteil der Bundespartei sei „definitiv vorhanden“, sagt sie am Montag im Deutschlandfunk. Die Hamburger CDU-Wahlkämpfer hätten es „unfassbar schwer“ gehabt „im Hinblick auf Thüringen und im Hinblick auf die Situation in Berlin“. „Absolut bitter“ lautete Brehers Fazit zum vorläufigen Wahl-Ergebnis. Da gebe es auch absolut nichts schönzureden. 

Zu den vorläufigen Ergebnissen der Wahl in Hamburg wollen sich gegen 13.30 Uhr auch die CDU-Bundesvorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer und der Hamburger CDU-Spitzenkandidat Marcus Weinberg bei einer gemeinsamen Pressekonferenz äußern. Ebenfalls um 13.30 Uhr sprechen die Grünen-Bundesvorsitzende Annalena Baerbock und Spitzenkandidatin Katharina Fegebank über die Ergebnisse in Hamburg. Außerdem ist für 12.30 Uhr eine Pressekonferenz mit den Linken-Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger sowie den Spitzenkandidaten Cansu Özdemir und David Stopp angesetzt.  

Übrigens: Die Reaktionen der Politiker vor Ort in Hamburg lesen Sie ebenfalls bei Merkur.de.

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