Der Handel prüft seine Honigregale - die Politik denkt über Sicherheitsabstände nach

Das EuGH-Urteil besagt: Lebensmittel, auch mit kleinsten Genpflanzen-Rückständen, brauchen eine extra Zulassung. Sonst ist der Verkauf illegal. Fragen und Antworten.

Wie reagiert der Handel auf das EuGH-Urteil?

Die Geschäfte haben begonnen, ihre Sortimente zu überprüfen. Laut Bundesverband des Lebensmittelhandels wenden sich die Läden an ihre Lieferanten, Hersteller oder Importeure. Weitere Entscheidungen folgen.

Was macht die Politik in Bund und Ländern?

Bundesministerin Ilse Aigner (CSU) will Schutzabstände überprüfen, die Übertragungen von Feldern mit Gentechnik-Pflanzen (GVO) auf die Umgebung vermeiden sollen. Bisher müssen sie 150 Meter von herkömmlich bewirtschafteten Äckern entfernt sein und 300 Meter von Ökolandbau-Flächen. Diese Abstände dürften sich stark vergrößern. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen sieht den Freilandanbau gentechnisch veränderter Pflanzen komplett infrage gestellt.

Können Imker in Deutschland sicherstellen, dass ihr Honig ohne GVO-Pollen ist?

Ja - sagt das Bundesverbraucherministerium. Die Anbaufläche mit GVO-Pflanzen mache 2011 nur zehn Hektar aus - bundesweit. Die Parzellen seien im Internet einsehbar. Bienenstöcke bräuchten dann nur Abstand halten: „Wenn im Flugradius der Bienen keine gentechnisch veränderten Pflanzen angebaut werden, können die Pollen auch nicht im Honig vorkommen.“

Und was ist mit den 80 Prozent Import-Honig?

Mehr Infos:

- Fragen & Antworten zum EuGH-Honigurteil – Seite des Bundesverbraucherministeriums

- GVO-Standortregister im Internet

- Link zum Kirchhainer Bieneninstitut (Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen)

- „Münchner Großstadt-Imker, urbane Gärtner, hoffnungslose Honigjunkies und manische Bienenstreichler“ – so charakterisieren sich die Betreiber der Bienenplattform

- Anwalt Georg Buchholz hat erwirkt, dass Honig mit Pollen aus Genmais nicht ohne Sonderzulassung verkauft werden darf. Im ZEIT-Interview erklärt er das Urteil

- Zum Landesverband der hessischen Imker geht es hier

In Spuren sind GVO-Pollen in Honig schon lange nachgewiesen. Unabhängig davon, dass das für den Verkauf nun nicht mehr einfach egal ist, liegen laut Ministerium keine Hinweise vor, dass solche Pollen die Gesundheit negativ beeinflussen. (wrk)

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