Neonazi-Aufmärsche und Gegen-Demos halten Polizei in Atem

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Polizei im Großeinsatz: Demonstranten wurden von Beamten von einem Bahnsteig des Bahnhofes in Bad Nenndorf gedrängt.

Bad Nenndorf/Hannover. Ein geplanter und ein kurzfristig abgesagter Neonazi-Aufmarsch haben bei der Polizei in Niedersachsen zu ihrem bislang größten Einsatz in diesem Jahr geführt.

Mehr als 2000 Beamte hielten am Samstag in Bad Nenndorf und Hannover die Stellung gegen knapp 500 Nazis und rund 1300 Gegendemonstranten. Unterstützung gab es von den Kollegen aus Hessen, Hamburg und Berlin. Neben Störaktionen und vereinzelten Zusammenstößen zwischen Polizisten und Protestierenden verliefen die Kundgebungen ruhig. „Im Großen und Ganzen blieb es friedlich“, sagte am Sonntag eine Sprecherin der Bundespolizei.

„Bunt statt braun“: Bis zu 1000 Menschen stellten sich in Bad Nenndorf bei Hannover dem Aufmarsch der Neonazis entgegen - auch mit Sitzblockaden und Menschenketten. Aufgerufen zu dem Protest hatten Aktionsgruppen, Gewerkschaften, Parteien, Vereine und Kirchen. Nach Polizeiangaben kam es zu keinen größeren Zusammenstößen mit den bis zu 500 Rechtsradikalen. Auf beiden Seiten gab es weder Verletzte noch Festnahmen.

Am zentralen Busbahnhof in Hannover entfiel die geplante Versammlung der Neonazis. Das Verwaltungsgericht in Hannover hatte einen Marsch durch die Innenstadt verboten, allerdings eine Kundgebung mit Fackeln erlaubt. Die wurde aber von den Rechten aus Zeitgründen abgesagt. „So ist es gut, dass Hannover durch die Absage diese Szenario erspart blieb“, sagte Polizeivizepräsident Thomas Rochell laut Mitteilung.

Statt der Neonazis versammelten sich in Hannover rund 300 Gegendemonstranten. Eine größere Gruppe Punks bewarf die Polizei dabei mit Flaschen. Nach Polizeiangaben wird nun gegen 23 Menschen wegen Landfriedensbruchs ermittelt. (lni)

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