Keine bleibenden Schäden zu erwarten

Hans Eichel geht es nach Schlaganfall besser

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Hans Eichel

Kassel. Schreck in der Silvesternacht: Wie jetzt bekannt wurde, erlitt Hans Eichel (72) bei einer privaten Silvesterfeier in Weimar einen Schlaganfall und einen Bruch am Halswirbel. „Mir geht es gut, mein Schutzengel flog schneller als ich fallen konnte“, sagte Eichel Montagabend und lacht.

„Unglaubliches Glück“ habe er gehabt, als er auf der Treppe gestürzt sei.

Aktualisiert um 20 Uhr

Zunächst habe er nur große Schmerzen gespürt und sich schlafen gelegt, erinnert er sich an diesen Abend. „Da habe ich noch geglaubt, es sei nichts Schlimmes passiert“, sagt der Kasseläner. Als er später, in den frühen Morgenstunden, aufgewacht sei, litt er unter einen sehr starken Schwindel. Seine Frau Gabriela habe umgehend den Notarzt gerufen.

Die Diagnose im Krankenhaus wenig später klingt erschreckend: Schlaganfall und angebrochener Nackenwirbel. Doch Eichel sagt: „Ich habe ein weiteres Mal Glück gehabt.“

Das Klinikum Weimar hat eine spezielle Schlaganfall-Abteilung. Die Verletzung des Wirbels habe auf die Arterie gedrückt. Das habe dann letztlich zum Schlaganfall geführt. Tage später wird er von Weimar nach Jena verlegt, wo er am Halswirbel operiert wird. Mittlerweile hält er sich in einer Rehaklinik am Bodensee auf.

Drei Wochen in der Klinik haben ihn geschwächt. „Nach der Zeit im Krankenhaus muss ich trainieren und die Muskulatur wieder aufbauen“, erzählt er. Seinen Tagesablauf bestimmen nun Physiotherapie, Wassergymnastik, Fitnesstraining – „sie lassen einen nicht in Ruhe“, witzelt er. Und dann wären da auch noch die Spaziergänge mit seiner Frau, wenn sie ihn besucht. Eichel plaudert munter, witzelt im Gespräch an der einen oder anderen Stelle, doch er sagt auch: „Wenn einem so etwas passiert, dann hält man inne und denkt, es könnte auch ganz schnell vorbei sein.“

Etwas Zeit wird es noch brauchen, bis Eichel nach Kassel zurückkehrt. Ab März will er wieder Termine wahrnehmen – vielleicht werden es nicht mehr ganz so viele sein wie früher, schränkt er ein. Dauerhafte Einschränkungen werden aber keine zurückbleiben. Der Sozialdemokrat Eichel war zwischen 1999 und 2005 Bundesfinanzminister im Kabinett von Bundeskanzler Gerhard Schröder. Wegen seiner Schrumpfkur für den Staatshaushalt verliehen ihm Boulevardmedien den Beinamen Sparkommissar. Zuvor war er von 1991 bis 1999 Ministerpräsident von Hessen, von 1975 bis 1991 Oberbürgermeister von Kassel und bis 1975 Studienrat in Kassel am Wilhelmsgymnasium, das er als Schüler selbst besucht hatte.

Klinik Stichwort: Schlaganfall

Was sind die Ursachen: Üblicherweise tritt ein Schlaganfall plötzlich auf. Die häufigste Ursache ist Arterienverkalkung, die durch Risikofaktoren wie Alkohol, Rauchen, Bluthochdruck und Diabetes mellitus gefördert wird. In den Arterien sammeln sich Cholesterin, Blutzellen, Bindegewebe und Kalksalze ab und verengen diese. Bildet sich ein Blutgerinnsel, kann das die Arterie verstopfen - die Folge: Schlaganfall. Aber auch eine Hirnblutung ist eine mögliche Ursache für einen Schlaganfall.

Typische Symptome: halbseitige Lähmungserscheinungen und Taubheitsgefühle, Sprach- und Verständnisstörungen, sowie Sehstörungen. Aber auch Schwindelgefühle mit Unsicherheiten beim Gehen oder sehr starke Kopfschmerzen. Bei solchen Körperreaktionen sollte man schnellstmöglich der Notarzt rufen. Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. (mwe/dpa)

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