Kommentar zu Hartz IV: "Geben und Nehmen"

Unterstützung vom Staat zu bekommen, ist keine Schande. Es ist ein Recht. Wir alle sind der Staat. Ein Kommentar von HNA-Nachrichtenchef Tibor Pézsa.

Wir können stolz darauf sein, dass wir gegenseitig füreinander einstehen, wenn wir es brauchen. Freilich ist nicht jedem die Vorstellungskraft gegeben, dass er selbst einmal auf die Hilfe der Solidargemeinschaft angewiesen sein könnte. So kommt es zu den bekannten Übertreibungen des Boulevards wie Hartz-IV-Schande oder Arbeitsverweigerung, Verschwendung, Abzocke.

Natürlich sollte Hartz IV kein Dauerzustand sein. Es ist eine Nothilfe, erarbeitet von vielen Menschen, die meist selbst nur wenig mehr haben als diejenigen, die von ihrer Hilfe profitieren. Umso berechtigter ist das Ansinnen, dass nur möglichst wenigen geholfen werden muss, damit möglichst viele helfen können.

Sozialwidrig handelt der, der den Ärmsten nichts abgeben will. Sozialwidrig handelt aber auch der, der die Hilfe der anderen schlitzohrig ausnutzt und sich ansonsten einen Lenz macht. Da gilt dann zu Recht: Wer sich selbst nicht krumm macht, der hat keinen Anspruch darauf, dass andere es für ihn tun.

Wer sich vor Augen hält, was Kürzungen auf dieser Ebene für herbe Folgen für die Betroffenen mit sich bringen, der wird kein Triumphgeheul anstimmen. Unser System funktioniert. Nicht mehr, nicht weniger.

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