Trend

Mit der eigenen DNA seine Herkunft erforschen

Die Volontäre Maurice Morth und Jessica Sippel zeigen den Inhalt des DNA-Testpakets: eine Karte, in der die Anleitung beschrieben ist sowie das Röhrchen für die Speichelprobe und die Stabilisierungsflüssigkeit. 
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Die Volontäre Maurice Morth und Jessica Sippel zeigen den Inhalt des DNA-Testpakets: eine Karte, in der die Anleitung beschrieben ist sowie das Röhrchen für die Speichelprobe und die Stabilisierungsflüssigkeit. 

Die eigene Herkunft erforschen mittels DNA-Untersuchung. Die Ahnenforschung liegt im Trend.  

Zu 47 Prozent aus Deutschland, zu 23 Prozent aus Osteuropa – Ahnenforschung liegt im Trend. Die eigene Herkunft wird aber nicht länger nur anhand von Dokumenten und Datenbanken zurückverfolgt. Sondern mit der DNA. Anbieter von Gen-Untersuchungen versprechen auf ihren Internetplattformen, Verwandte zu finden, Stammbäume zu erweitern und dadurch mehr über seine genetische Geschichte zu erfahren. In den USA verkaufen sich diese Gen-Tests schon seit Jahren gut. Nun schwappt der Trend auch nach Europa und Deutschland über. Wie läuft so eine DNA-Untersuchung ab? Wir haben den Selbsttest gemacht und diese Art der Ahnenforschung unter die Lupe genommen.

Die Anbieter

Im Netz gibt es zahlreiche Anbieter für DNA-Analysen. Bekannt sind unter anderem „MyHeritage“, „Ancestry-DNA“ und „23andMe“. Wir entschieden uns für den Anbieter AncestryDNA mit deutscher Niederlassung in München. Nach eigenen Angaben ist Ancestry in 80 Ländern vertreten und hat mehr als 16 Millionen DNA-Kunden.

Das Testpaket zur Ermittlung der genetischen Herkunft kostet 69 Euro. Wir haben uns auf der Internetplattform kostenlos als Gast registriert. Man kann aber auch Mitgliedschaften abonnieren, die monatlich Geld kosten. Diese Nutzer erhalten für ihre Ahnenforschung dann Zugriff auf eine Online-Sammlung von historischen Dokumenten und eine genetische Genealogie-Datenbank.

Der Datenschutz

Ancestry gibt an, die persönlichen Daten, den DNA-Test und die Ergebnisse nicht an Dritte weiterzugegeben. Darüber hinaus würden die DNA-Probe und die Ergebnisse des Tests ohne jegliche Identifikationsmerkmale aufbewahrt. Die Ergebnisse seien in einer verschlüsselten Datenbank gespeichert. Es sei jederzeit möglich, seine Daten zu löschen und die Speichelprobe zu vernichten.

Der DNA-Test

Nur wenige Tage nach der Bestellung auf der Online-Plattform von Ancestry kamen die DNA-Testpakete an. In den weißen Schachteln enthalten sind je eine Anleitung, ein Aktivierungscode, ein Röhrchen für die Speichelprobe, eine blaue Stabilisierungslösung und ein vorfrankiertes Rücksendepäckchen.

Für die Speichelprobe erwarteten wir ein Wattestäbchen, mit dem man auf der Innenseite der Wange einen Abstrich macht. Stattdessen wurde das Abgeben der Probe eine weniger appetitliche Angelegenheit, denn wir mussten die Röhrchen bis zu einer Markierung mit Speichel füllen. Wichtig dabei war laut Anleitung, Schaumbläschen zu vermeiden. Das war aber gar nicht so einfach, wurde der Mund doch schnell sehr trocken. Essen und trinken sollte man eine halbe Stunde vorher und währendessen ebenfalls nicht.

Anschließend wurde das Ganze mit der blauen Stabilisierungslösung gemischt, durch die die DNA im Speichel stabilisiert wird. In einem vorfrankierten Versandkarton brachten wir die Proben zur Post. Nun kam der persönliche Aktivierungscode ins Spiel. Er stimmt mit einer Nummer auf dem Probenröhrchen überein. Nur durch diesen Code – und nicht etwa durch Daten zur Person – wird die DNA zugeordnet. Mit diesem wird der Test online aktiviert.

Für die Online-Registrierung haben wir uns Zeit gelassen und genau aufgepasst, in welche Felder wir ein Häkchen setzen. Den Datenschutz wollten wir so hoch wie möglich halten. Wir entschieden uns etwa dagegen, unsere DNA für Forschungszwecke zur Verfügung zu stellen und unsere Daten anderen Nutzern des weltweiten Ancestry-Netzwerks nicht öffentlich zu präsentieren. Auch waren wir nicht dazu bereit, unsere DNA mit allen anderen Kunden vergleichen zu lassen. Bei Überschneidungen würde sich eine potenzielle Verwandtschaft zeigen. Diese Möglichkeit erschien uns zu befremdlich.

Die Ergebnisse

Acht Wochen nach der Abgabe der Proben lagen online die Ergebnisse unseres Abstammungsmixes vor. Sie geben an, zu welchen Anteilen wir aus bestimmten Regionen stammen: Maurice Morth stammt laut der DNA-Analyse zu 49 Prozent aus deutschsprachigen Regionen Europas, zu 43 Prozent aus England, Wales und Nordwesteuropa, zu 5 Prozent aus Schweden und zu 3 Prozent aus Osteuropa und Russland.

Jessica Sippel stammt den Ergebnissen zufolge zu 47 Prozent aus deutschsprachigen Regionen Europas, zu 23 Prozent aus Osteuropa, Russland, zu 15 Prozent aus England, Wales und Nordwesteuropa, zu 7 Prozent aus Schweden, zu 6 Prozent aus dem Ostseeraum und zu 2 Prozent aus Frankreich. Auf einer interaktiven Karte kann man sich durch die Ergebnisse klicken und Wissenswertes über die jeweiligen Regionen, ihre Geschichte und Kultur erfahren und wie sich Völker dort in den letzten Jahrhunderten angesiedelt haben. (Von Maurice Morth und Jessica Sippel)

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