Herz für Haus und Hunde

Ingo Redeker tritt als Direktkandidat für  Grünen im Wahlkreis Northeim an

Seine beiden Huskies halten ihn auf Trab: Der Landtagskandidat der Grünen für den Wahlkreis Northeim, Ingo Redeker, vor seinem Haus in Oldenrode (Altes Amt). Foto: Gödecke

Northeim. Er hat ein Herz für Tiere, für die Natur und seit gut zwei Jahren auch für die Politik. 2011 wurde der 41-jährige Ingo Redeker als Grüner nicht nur auf Anhieb in den Ortsrat Oldenrode, sondern auch in den Gemeinderat Kalefeld gewählt.

Jetzt tritt er für seine Partei im Wahlkreis Northeim als Direktkandidat für den Landtag an.

Natürlich ist sich der gelernte Fernmeldehandwerker und derzeit auf Stellensuche befindliche Experte für Informationstechnik (IT) im Klaren darüber, dass er als Politik-Neuling mit Platz 40 (von 60) auf der Landesliste der Partei keine Chance hat, tatsächlich in den Landtag einzuziehen. Doch der gebürtige Oldenroder kämpft mit seinem Namen für ein gutes Ergebnis der Grünen. „Deutlich über zehn Prozent sollten es im Land schon sein, 15 wären toll.“

„Wenn man wie ich auf dem Dorf aufgewachsen und mit der Natur verbunden ist, dann sind die Grünen doch das Einzige, was man wählen kann“, antwortet der Vater dreier Kinder im Alter von 14, 13 und 11 Jahren auf die Frage, wie er zu den Grünen gekommen ist.

Als er vor drei Jahren nach mehreren Stationen als IT-Mitarbeiter in Kliniken in Göttingen, Norderney und Bad Gandersheim zurück in sein Heimatdorf zog, hat er zunächst Sitzungen des Orts- und Gemeinderats als Zuhörer verfolgt. Doch das befriedigte ihn nicht. „Wenn du was bewegen willst, dann darfst du nicht nur meckern, dann musst du selbst mitmachen.“ Diese Erkenntnis bedeutete für ihn den Einstieg in die Kommunalpolitik.

Als der Kreisverband der Grünen ihn eines sonntags anrief und fragte, ob er den Direktkandidaten für die Landtagswahl machen wolle, habe er nicht gezögert und zugesagt.

Das Land müsste viel mehr für die Dörfer tun, ist sein Credo. Es sollte lieber den Gemeinden im ländlichen Raum finanziell helfen, Zukunftskonzepte aufzustellen, als den Kommunen Prämien für Fusionen hinterherzuwerfen. „Wir haben in unseren Orten viel zu bieten, nicht nur billigen Wohnraum. Damit müssen wir offensiv werben.“

Sanierung in Eigenregie

Redeker hat sich denn auch bewusst vor drei Jahren für ein Wohnen im Dorf entschieden. 2009 übernahm er mit Frau und Kindern das leerstehende, 300 Jahre alte Haus seiner Großeltern in der Altämter Ortschaft. Seitdem saniert die Familie es in Eigenregie. „Innen ist es fast fertig, jetzt müssen wir außen ran.“

Im Ort engagiert sich das Ehepaar Redeker als Ortsjugenpfleger und betreut den Jugendraum Oldenrode/Düderode. „Immerhin gibt es hier 81 Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren, da macht die Arbeit richtig Spaß.“ Mit dabei ist der 41-Jährige auch im örtlichen Heimatverein.

Zwei Esel und zwei Huskies

Ein weiteres Hobby von Ingo Redeker sind Tiere. So hat er nicht nur zwei Huskies von der Nothilfe für Polarhunde aufgenommen. Auch zwei Katzen aus dem Tierheim hat er Asyl gegeben, und in Kürze sollen zwei Esel, denen das Leben übel mitgespielt hat, folgen. Die will er von der Esel-Nothilfe aus Berlin nach Oldenrode holen. „Schon mein Opa hatte einen Esel, da setze ich die Tradition fort.“

Außerdem ist Redeker ehrenamtlicher „Wolfs-Botschafter“ des Naturschutzbunds (Nabu).

Beruflich befindet sich Redeker in einer Phase der Neuorientierung: Zuletzt tätig als IT-Techniker an der Paracelsus-Klinik in Bad Gandersheim, hat er jetzt gerade Bewerbungen laufen, um seine Karriere im IT-Bereich fortzusetzen.

Vision von Dorfläden

Wenn das in den nächsten zwei Monaten nicht klappt, will er die Hände nicht in den Schoß legen. Dann will er versuchen, einen lang gehegten Traum in die Tat umsetzen. Die Gründung einer kleinen Kette von Dorfläden im Alten Amt und Umgebung. Ob das in Form von reiner Selbstständigkeit, in Zusammenarbeit mit einem Partnerunternehmen, in Form einer Genossenschaft oder mit Hilfe eines Fördervereins geht, gelte es abzuklären, sagt der 41-Jährige. „Solche Dorfläden sind enorm wichtig für die Menschen, nicht nur zum Einkaufen, sondern auch, um soziale Kontakte im Dorf zu knüpfen.“

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