Hesse starb bei Anschlag in Istanbul - Frau wohl außer Lebensgefahr

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Stoppt den Terrorismus – Wir sind die Welt: Das steht auf einem Schild, das am Anschlagsort in Istanbul abgelegt wurde.

Stadtallendorf. Selten war ein terroristischer Anschlag so nah wie jener, der sich am Dienstag in Istanbul ereignete. Zehn deutsche Touristen kamen ums Leben. Unter den Todesopfern befindet sich auch ein 67-jähriger Mann aus Mittelhessen.

Unter den Todesopfern befindet sich auch ein 67-jähriger Mann aus Mittelhessen. Seine Frau wurde verletzt und wird derzeit in einem Krankenhaus in Istanbul behandelt.

Wie es der 50-jährigen Frau genau geht, war am Donnerstag noch nicht klar. Christian Somogyi, Bürgermeister in Stadtallendorf, teilte gegenüber unserer Zeitung mit, dass die Frau zunächst auf der Intensivstation gelegen habe. Dort befinde sie sich nach seinen Erkenntnissen aber nicht mehr.

Somogyi steht seit Bekanntwerden des Vorfalls mit dem Sohn des Ehepaares in Kontakt. Er selbst erfuhr über Soziale Medien von der Nachricht, dass ein Todesopfer aus seiner Stadt stammt. Eine Bestätigung kam dann schließlich abends von der Staatskanzlei. Diese hatte zunächst am Mittwoch berichtet, es handele sich um ein Opfer aus Nordhessen.

Die Nachricht über den Tod des Mannes verbreitete sich an diesem Tag in der Nachbarschaft des Ehepaares dann aber recht schnell, wie die Oberhessische Presse (OP) berichtete. Das Wohnhaus liegt demnach in einer ruhigen Wohngegend. Dort betrieb der Mann auch sein kleines Spezialunternehmen. Viele Stadtallendorfer reagierten laut OP in ähnlicher Weise, als sie vom Tod des 67-Jährigen erfuhren: „Jetzt merkt man, wie nahe das alles plötzlich kommen kann“, sagte eine Nachbarin. Sie beschreibt das Opfer als offen, nett und hilfsbereit. Ein anderer Bekannter nannte ähnliche Eigenschaften. Seine Gedanken kreisten aber vor allem immer wieder um die 50-jährige Ehefrau, die verletzt wurde. Mit einem Schlag ist plötzlich das Leben weg, sagte er gegenüber der OP.

Als Zeichen der Trauer und der Anteilnahme setzte die Stadt Flaggen vor dem Rathaus und allen Bürgerhäusern auf halbmast. Ab heute liegt ein Kondolenzbuch im Foyer des Stadtallendorfer Rathauses aus. Ob es eine öffentliche Gedenkfeier für den Ermordeten geben wird, soll mit Angehörigen abgestimmt werden, sagte Bürgermeister Somogyi gegenüber unserer Zeitung.

Ein Attentäter hatte sich am Dienstag mitten in einer deutschen Reisegruppe in der Umgebung der Hagia Sophia und der Blauen Moschee in die Luft gesprengt. Die Opfer des Anschlags waren nach Angaben des Reiseveranstalters Lebenslust Touristik auf einer Drei-Länder-Erlebnisreise und kamen aus ganz Deutschland. Die Reisegruppe zählte insgesamt 33 Mitglieder.

Elf unverletzte Urlauber sind inzwischen nach Deutschland zurückgereist. Sieben verletzte Urlauber sollen noch in türkischen Krankenhäusern sein. 

Alle aktuellen Informationen gibt es im Live-Ticker. 

Von Max Holscher und Michael Rinde


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