Hessen ehrt Merkel mit der Leuschner-Medaille

Angela Merkel

Wiesbaden. Ministerpräsident Volker Bouffier zeichnet die Kanzlerin am 28. November mit der Leuschner-Medaille aus.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (60) soll in diesem Jahr mit der Wilhelm-Leuschner-Medaille ausgezeichnet werden. Ministerpräsident Volker Bouffier (beide CDU) begründete die Wahl damit, dass Hessen die Bundeskanzlerin 25 Jahre nach dem Fall der Mauer „für ihre Verdienste um Freiheit und Demokratie im geeinten Deutschland ehren“ wolle.

Mit Merkel, die 220. Trägerin der Auszeichnung, wird erstmals eine Person an der Spitze der Bundesregierung ausgezeichnet. Der Terminkalender der in der DDR aufgewachsenen Kanzlerin lässt allerdings die übliche Verleihung am 1. Dezember, dem hessischen Verfassungstag, nicht zu. Bouffier wird ihr die Auszeichnung daher bereits am 28. November überreichen.

Am Montag wird an das 50. Stiftungsjubiläum des Preises erinnert. Der ehemalige hessische Ministerpräsident Georg August Zinn (1901 - 1976) hatte den Preis am 29. September 1964, dem 20. Todestags des Namensgebers Wilhelm Leuschner gestiftet.

Damals stand im Vordergrund die Idee, Menschen auszuzeichnen, die sich im Geiste des 1944 von den Nazis hingerichteten Wilhelm Leuschner um den Aufbau der demokratischen Gesellschaft und ihrer Einrichtungen verdient gemacht hatten. 2008 wurde der Erlass geändert, die Medaille kann nun auch „zur Würdigung des Einsatzes für Freiheit, Demokratie und soziale Gerechtigkeit“ verliehen werden.

Im Zeichen der Einheit

Die Preisverleihung an Merkel kann zugleich als Auftakt zum 25. Jubiläum der Wiedervereinigung 2015 betrachtet werden. Als Bundesratspräsident ist Bouffier ab November für die große Einheitsfeier vom 2. bis 4. Oktober 2015 in Frankfurt zuständig. Das ganze Jahr soll aber im Zeichen der Einheit stehen. In Hessen werden etwa 60 Veranstaltungen und Ausstellungen an den friedlichen Umbruch in der DDR, die Grenzöffnung 1989 und den Weg zur deutschen Einheit erinnern.

Zur Person Wilhelm Leuschner

Der gelernte Holzbildhauer, 1890 in Bayreuth geboren, war ab 1908 in Darmstadt als Gewerkschafter aktiv. 1924 zog er für die SPD in den Landtag, von 1928 bis 1933 war er hessischer Innenminister. Früh hatte der spätere Widerstandskämpfer vor dem Ungeist der Nazis gewarnt. Er musste den Widerstand mit dem Leben bezahlen: Nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 wurde er am 29. September desselben Jahres in Berlin-Plötzensee hingerichtet. (wet)

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