Hessen für Neustart bei Vergabe von Sportwetten-Lizenzen

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Werbung für Sportwetten an einer Schaufensterscheibe eines Wettbüros. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/Illustration

Seit drei Jahren befinden sich die Länder mit der Vergabe von Konzessionen an Anbieter von Sportwetten in der Sackgasse. Der hessische Innenminister Beuth plädiert für einen neuen Anlauf.

Berlin/Wiesbaden (dpa) - Die seit drei Jahren erfolglose Vergabe von Lizenzen für Sportwetten-Anbieter in Deutschland sollte nach Ansicht Hessens neu geregelt werden.

Innenminister (CDU) sprach sich dafür aus, die Begrenzung auf 20 Konzessionen aufzuheben und den 2012 ausgehandelten Glücksspielstaatsvertrag der Länder zu ändern. Auch die Zusammenarbeit der Länder beim Glücksspiel sollte neu geordnet und in einer gemeinsamen Anstalt gebündelt werden.

"Wir sollten von einer quantitativen auf eine qualitative Konzessionierung umsteigen", sagte Beuth am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Derjenige, der die Voraussetzungen erfüllt, sollte auch die entsprechende Konzession erhalten. "Das ist unser Vorschlag und Lösungsansatz, wie wir aus dem Verfahren herauskommen."

Die Ziele des Staatsvertrages wie Suchtprävention, Jugendschutz, Kampf gegen Schwarzmarkt und Kriminalität sowie die Integrität des Sports könnten angesichts der bisherigen Sackgasse überhaupt nicht zur Geltung gebracht werden.

Hessen ist von den Bundesländern beauftragt worden, die Konzessionen an Sportwetten-Anbieter im Rahmen des Glücksspielstaatsvertrages zu vergeben. Mit dem mühsam ausgehandelten Vertrag konnten die Länder am staatlichen Lottomonopol festhalten, mussten den Markt aber für Private öffnen. Für sieben Jahre sollten 20 Konzessionen an Sportwetten-Anbieter vergeben werden. Doch unterlegene Anbieter wehren sich mit einer Klagewelle. Auch der Europäische Gerichtshof und die EU-Kommission haben den Glücksspielvertrag unter die Lupe genommen.

Hessen gehört laut Beuth von Anfang an zu den Kritikern einer Deckelung: "Es war von vornherein klar, dass bei der Vergabe von 20 Konzessionen der 21. Bewerber, der gerade nicht mehr ins Verfahren kam, natürlich Klage einreicht." Angesichts mehrerer Klagen vor verschiedenen Gerichten seien unterschiedliche Ergebnisse und Urteile zu erwarten: "Wir haben eine so verfahrene Situation, dass es noch eine längere Hängepartie bleiben wird."

Die Signale aus den Ländern auf den Vorstoß Hessens sind nach Aussage Beuths unterschiedlich: "Wir müssen auch in der Sache noch ein Stück weit Aufklärung leisten." Es liegt aus Sicht des CDU-Politikers nicht am Verfahren selbst, sondern an der Grundlage des Glücksspielstaatsvertrags: "Dort ist der Fehler angelegt."

Beuth sprach sich zudem dafür aus, das umstrittene Glücksspielkollegium der 16 Bundesländer weiter zu entwickeln und eine Anstalt des öffentlichen Rechts zu gründen. "Das hätte den Vorteil, dass alle Fragen, die den privaten Glücksspielmarkt betreffen, an einer Stelle gebündelt wären."

Die derzeit geteilten Zuständigkeiten der Länder seien ineffektiv. Eine Behörde nach dem Vorbild der Bafin für die Finanzindustrie mit hoheitlichen Eingriffsmöglichkeiten und einheitlichem Gesetzesvollzug wäre ein guter Weg. "Mit einer solchen Anstalt wären wir auf Augenhöhe mit anderen EU-Ländern und besser aufgestellt als mit dem schwerfälligen Glücksspielkollegium."

Glücksspielstaatsvertrag

Glücksspielkollegium

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