Hessen: Innenminister Rhein entlässt LKA-Chefin Thurau endgültig

Hessen: Innenminister Rhein entlässt LKA-Chefin Thurau endgültig

Wiesbaden. Die wegen ihrer Personalführung heftig kritisierte Präsidentin des Landeskriminalamts, Sabine Thurau, hat ihren Job endgültig verloren.

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Umstrittene LKA-Chefin Thurau muss gehen

Nach eineinhalb Jahren Amtszeit entließ Innenminister Boris Rhein (CDU) die LKA-Chefin offiziell zum 30. September. Dies sei Thuraus Anwalt am Freitag mitgeteilt worden, sagte Rheins Sprecherin Claudia Spruch in Wiesbaden und bestätigte Informationen der „Frankfurter Rundschau“ (Samstagsausgabe).

Die Spitzenbeamtin hatte die Stelle zur Probe inne. Nach Angaben der „FR“ soll der Posten zügig neu besetzt werden. Rhein hatte die Entlassung Thuraus bereits im Juni verfügt. Die Anhörungsfrist der LKA-Präsidentin müsse jedoch noch abgewartet werden, hatte es damals geheißen. Ihr wurden illoyales Verhalten und Mängel in der Personalführung vorgeworfen. Thuraus Vortrag sei nicht geeignet gewesen, „das von Ihrer Mandantin gewonnene Bild zu ändern“, schrieb nun der Innenminister laut „FR“ an Thuraus Anwalt.

Thurau war im Frühjahr 2010 vom damaligen Innenminister und heutigen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) als erste Frau an die Spitze eines LKA berufen worden. Nach heftigen Mobbing-Vorwürfen aus den Reihen der Frankfurter Polizei hatte Thurau ihr Amt als LKA-Chefin ruhen lassen und war ins Innenministerium abgeordnet worden. Das LKA wird derzeit kommissarisch vom südhessischen Polizeipräsidenten Gosbert Dölger geleitet. Mit der Entlassung bleibt Thurau zwar Beamtin, verliert aber zwei Besoldungsstufen.

Sie hat auch keinen Anspruch auf eine Rückkehr auf ihren früheren Posten als Frankfurter Vize-Polizeipräsidentin. Gegen Thurau laufen noch Ermittlungsverfahren der Frankfurter Staatsanwaltschaft unter anderem wegen uneidlicher Falschaussage und ein polizeiinternes Disziplinarverfahren. Rhein habe eine eventuelle gerichtliche Klärung der Angelegenheit nicht abwarten wollen, ehe er einen Nachfolger für Thurau berufe. Ihre Interessen müssten zurückstehen hinter der „vollen Funktionsfähigkeit des Hessischen Landeskriminalamtes und einer effektiven Kriminalitätsbekämpfung“, heißt es in dem Bescheid des Ministers laut „FR“. (dpa)

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